Liberalismus, Nationalismus und die Revolutionen Europas
Eingeordnet in Geschichte
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 5,43 KB
Grundbegriffe der politischen Geschichte
Revolutionäre sind jene Personen, die sich verbinden, um ihre Gedanken zu äußern. Liberalismus ist ein philosophisches System in Wirtschaft und Politik, das auf bürgerlichen Freiheiten basiert, sich jedoch weigert, die kollektive Freiheit zu akzeptieren. Die Erklärung der Rechte ist ein Dokument, das die Rechte der Bürger beschreibt. Eine Verfassung stellt die grundlegende Form dar – ob schriftlich fixiert oder nicht –, nach der ein souveräner Staat regiert wird. Eine Nation besteht aus Bürgern mit den gleichen Gesetzen, Sitten, der gleichen Geschichte, Ideologie und Überzeugungen. Nationalismus ist eine soziale und politische Bewegung, welche die Nation als einzigen Maßstab innerhalb einer politischen Gemeinschaft ansieht.
Die liberalen Revolutionen des 19. Jahrhunderts
Während der Restauration agierten die Liberalen im Untergrund und organisierten sich in Geheimgesellschaften. Die Freimaurer waren dabei die größte Gruppe. Im Jahr 1820 führte diese revolutionäre Strategie, die durch Opfer gekennzeichnet war, zu einem ersten Scheitern des restaurativen Systems. Es folgten Siege in Spanien und kurz darauf in Portugal, Neapel und Piemont.
Die Revolution, die 1830 in Frankreich begann, bedeutete den Sturz der Bourbonen und die Errichtung einer konstitutionellen Monarchie unter Louis-Philippe I. (d'Orléans). Ihr Einfluss verbreitete sich über die Grenzen Frankreichs hinaus und führte zur belgischen Unabhängigkeit. In den späten 1830er-Jahren verschwand der Absolutismus in Westeuropa und wich einem gemäßigten Liberalismus. So verteidigten die gemäßigten Liberalen das Zensuswahlrecht und begrenzten die Freiheiten innerhalb der Armee.
Soziale Einheit und die Revolution von 1848
Eine neue Revolution im Jahre 1848 erschütterte das System der Restauration erneut. Die Ursachen lagen in der Unzulänglichkeit der Reformen sowie in den sich verschlechternden Lebensbedingungen der Handwerker und Arbeiter. In Osteuropa kam es zur Abschaffung des Feudalismus. In Westeuropa öffneten sich die Türen für neue demokratische Ideale, welche die Volkssouveränität und das allgemeine Wahlrecht für Männer verteidigten.
Die Bildung der Nationalstaaten
Allgemeine Staaten und Verfassung: Die Bildung des Nationalstaats hatte mit der Konfiguration einheitlicher Staaten im 16. und 17. Jahrhundert begonnen. Die liberale Revolution gab dem Konzept der Nation neue Impulse. Im liberalen Denken wurden Bürger durch eine gemeinsame Geschichte, Sprache und Kultur definiert, vor allem aber durch das Zusammenleben und den Gehorsam gegenüber denselben Gesetzen und Institutionen.
Die ersten nationalen Bewegungen
Die europäische Karte, wie sie auf dem Wiener Kongress definiert wurde, zeigte die Existenz von Staaten, drei großen Reichen und kulturellen Gemeinschaften innerhalb der Staaten, wobei insbesondere Deutschland und Italien hervorzuheben sind. Im Rahmen der liberalen Revolutionen entstanden die ersten nationalistischen Aufstände, um Unabhängigkeit zu erreichen. In Griechenland, das zum Osmanischen Reich gehörte, begann 1820 ein Aufstand für die Unabhängigkeit mit liberalen Inhalten.
Der Völkerfrühling
Die Revolution von 1848 hatte eine wichtige nationalistische Komponente in den Ländern des Kaisertums Österreich – einem Gebilde, in dem eine absolutistische österreichische Minderheit die Macht monopolisierte und andere Gemeinschaften beherrschte.
Der Girondisten-Konvent
Die Regierung lag in den Händen der Girondisten, die gemäßigte Positionen einnahmen. Im Nationalkonvent kam es zu Konflikten zwischen den Girondisten und der Bergpartei (Montagnards), die radikalere Positionen vertrat. Viele Mitglieder schwankten zwischen diesen beiden Optionen. Das erste große Problem war der Umgang mit König Ludwig XVI. Die Girondisten wollten ihn nicht hinrichten. Die Jakobiner hingegen forderten einen Prozess und nutzten den öffentlichen Druck, um eine Verurteilung zu erzwingen. Ludwig XVI. wurde am 21. Januar 1793 guillotiniert, Marie-Antoinette folgte einige Monate später. Die Hinrichtung des Monarchen verstärkte die Spaltungen im Konvent und gab den Anstoß für eine europäische antirevolutionäre Koalition.
Die Einigung Deutschlands
Seit dem späten 18. Jahrhundert wurde der deutsche Nationalismus durch die Philosophen Fichte und Herder geprägt und durch die Romantik verstärkt. Der Wiener Kongress hatte den Deutschen Bund geschaffen, der 39 Staaten zusammenbrachte, dominiert von den zwei Großmächten Preußen und Österreich. Ein wichtiger Schritt zur Einigung war die Gründung des Zollvereins, einer Zollunion unter preußischer Führung. Der militärische Sieg führte schließlich zur Ausrufung des Zweiten Reiches mit Wilhelm I. als Kaiser im Jahr 1871.
Die Vereinigung ließ jedoch zwei große Fragen ungelöst: den religiösen Gegensatz zwischen dem protestantischen Norden und dem katholischen Süden sowie die Unvollständigkeit der Einigung, da die Deutsch-Österreicher nicht integriert wurden, was die Verwirklichung einer Großdeutschen Lösung verhinderte.