Literarische Ästhetik und die Entwicklung des Modernismus
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Literarische Ästhetik und der Modernismus
Die literarische Ästhetik bestand in dem Streben nach Schönheit, um der Mittelmäßigkeit des Alltags zu entfliehen und die eigene Distanz zu ihm zu demonstrieren. Besonders deutlich wird dies in eindrucksvollen historischen und legendären Erzählungen, die durch Raum und Zeit führen – von verlorenen Zivilisationen bis hin zu Ausflügen in unerforschte Welten, wie den fernen Osten oder das Mittelalter.
Die wichtigsten Motive dieser Ästhetik sind Figuren wie Schwäne, Prinzessinnen und Nymphen sowie der Ausdruck persönlicher Privatsphäre, stark beeinflusst durch die Romantik. Sie vertritt Melancholie, Langeweile und Traurigkeit, oft gekennzeichnet durch dämmrige Nachmittage, herbstliche Landschaften, Gärten und geheimnisvolle, geschlossene Räume.
Wichtige Vertreter des kastilischen Modernismus
- Tomás Morales: Las Rosas de Hércules
- Alberto Álvarez de Cienfuegos: Errante (1910)
- Ricardo Gil: La caja de música (1898)
- Manuel Machado: Alma, Caprichos, Fiesta Nacional, El mal poema
- Eduardo Marquina: Las hijas del Cid, En Flandes se ha puesto el sol, Teresa de Jesús, La capilla, la flor y la abeja
- Manuel Reina Montilla: El jardín de los poetas
Ursprünge und Strömungen
Der Modernismus vereint verschiedene Einflüsse:
- Romantik: Rebellion, Individualismus, Sentimentalität, eine Tendenz zur Traurigkeit und eine Vorliebe für das Irrationale und Phantastische.
- Parnassismus: Griechisch-römische Mythen, exotische Länder sowie die Vollkommenheit von Form und Sprache.
- Symbolismus: Die Vorliebe für das Okkulte, das Transzendente und die evokative Kraft der Worte.
- Impressionismus: Der Fokus auf unmittelbare Sinneseindrücke.
Rubén Darío und der Durchbruch
Zu den bedeutenden Vertretern des Modernismus zählen Salvador Díaz Mirón, José Asunción Silva, Julián del Casal, José Martí und insbesondere Rubén Darío. Nach der Veröffentlichung von Azul (1888) konzentrierte sich Darío auf die französische Poesie und den Parnassismus.
Der als Félix Rubén García Sarmiento geborene Rubén Darío (1867–1916) zeigte schon früh eine große Hingabe zur Literatur. 1892 reiste er im Auftrag seiner Regierung nach Spanien, um die Entdeckung Amerikas zu würdigen. Seine Lektüre französischer Parnassiens sowie eine Reise nach Chile im Jahr 1886 waren entscheidend für seine literarische Entwicklung. Zu seinen frühen Werken zählen Primeras notas (1885), Canto a las glorias de Chile (1887), Abrojos und Rimas (1887). Mit Azul gelang ihm schließlich der endgültige Durchbruch der modernen Ästhetik.