Literarische Gattungen: Ritter-, Maurische & Byzantinische Romane
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Ritterromane: Heldentum und Renaissance-Ideale
Der Ritterroman ist ein Genre der epischen Fantasy, das Elemente wie Drachen, Hexen und Magie integriert. Ein klassisches Beispiel sind die Erzählungen um König Arthur und Merlin.
Das 16. Jahrhundert prägte die fantastischen Abenteuer fahrender Ritter, die das Idealbild des Renaissance-Menschen verkörperten: ein Krieger, der gebildet und edel ist. Die weiblichen Figuren werden oft als schön mit hellem Haar und blauen Augen dargestellt. Der Held ist unbesiegbar und zieht sich nur dann aus dem Geschehen zurück, wenn es die Handlung erfordert. Zu den ersten Werken zählen der Libro del caballero Zifar und Werke aus Übersee.
Maurische Romane: Romantik und andalusisches Flair
Der maurische Roman thematisiert die Länder des Mittelmeerraums und deren Kontakt mit der arabischen Welt. Er entstand primär in Spanien, bedingt durch die lange Präsenz muslimischer Kulturen. Diese Romane zeichnen sich durch idealisierte Umgebungen, ein Happy End und eine reiche, oft andalusisch geprägte Dekoration aus.
Die Erzählungen sind meist kurz und wurden teils zu längeren Werken zusammengefügt. Bekannte Beispiele sind Ozmín und Daraja von Mateo Alemán. Man unterteilt sie in zwei Gruppen:
- Romane mit Bezug zum Königreich Granada, wie El Abencerraje.
- Romane über die Gefangenschaft in Afrika (17. Jahrhundert).
Byzantinische Romane: Abenteuer, Reisen und Treue
Der byzantinische Roman (griechischer Roman) entstand in der hellenistischen Zeit und basiert strukturell auf Homers Odyssee. Er wird durch Abenteuer, Reisen und die List des Helden definiert. Ein zentrales Merkmal ist die Verflechtung verschiedener Handlungsstränge, die oft durch den Zufall gelenkt werden.
Zwei thematische Säulen stehen im Fokus: Liebe und Treue. Die Liebe wird oft physisch und leidenschaftlich beschrieben, während die weiblichen Charaktere ihre Tugend trotz zahlreicher Gefahren bewahren. Die Handlung folgt meist dem Muster: Trennung, Abenteuer und Wiedervereinigung.
Konstante Erzählelemente:
- Lange Trennung der Liebenden durch Missverständnisse.
- Unerschütterlicher Glaube an die Liebe.
- Träume oder Vorhersagen, die den Verlauf beeinflussen.
- Betonung der körperlichen Schönheit als Ausdruck inneren Adels.
- Episodenhafte Struktur durch Zufallsereignisse.
- Identitätswechsel oder Verkleidungen der Figuren.
Die Reise dient als Ausdruck des Wunsches nach Freiheit des Renaissance-Menschen. In Spanien zählen dazu Historia de los amores de Clareo y Florisea von Alonso Núñez de Reinoso sowie Selva de aventuras von Jerónimo de Contreras. Später verfasste Cervantes mit Los trabajos de Persiles y Sigismunda (bekannt als Persiles) ein bedeutendes Werk dieser Gattung.