Literarische Stile und Erzählformen im Überblick
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Direkte Rede
Bei der direkten Rede spricht der Erzähler den Text oder Dialog der Charaktere direkt aus, ohne einzugreifen oder durch eine aktive Beteiligung den diskursiven Ausdruck zu verändern. Die Figuren sprechen selbst, was durch die Verwendung von Anführungszeichen deutlich wird.
- „Es scheint, dass es gestern keinen Unterricht gab...“
- „Wirklich? Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir nicht so viele Sorgen um meine Abwesenheit gemacht.“
Indirekte Rede
Hier ist der Erzähler im Diskurs der Geschichte präsent. Er hat das Monopol auf die Sprache und verleiht den Charakteren eine Stimme, wenn er deren Ideen ausdrücken möchte. Die Charaktere sind dem Erzähler untergeordnet, wobei er häufig die Konjunktion „dass“ verwendet, um das Wort des anderen einzubinden.
- Sebastian erzählte ihm, dass er seit vier Jahren warte.
Erlebte Rede (Free Indirect Style)
Die Worte der Charaktere erscheinen neben denen des Erzählers in einer einheitlichen Weise. Es handelt sich um eine Mischung beider Stile, da die Stimme des Erzählers mit der Rede der Figuren verschmilzt.
- „Hallo, hören Sie mich?“, sagte Josefina von der anderen Seite der Tür.
Arten der Erzähler
3. Person
Allwissender Erzähler: Er besitzt ein totales und absolutes Wissen über die Sachlage. Er kennt die Gedanken, Gefühle, Absichten und Pläne der Charaktere.Beobachtender Erzähler: Er beschreibt nur das, was beobachtet werden kann. Der Erzähler zeigt das Geschehen wie eine Filmkamera.
1. Person
Ich-Erzähler (Protagonist): Der Erzähler ist gleichzeitig die Hauptfigur der Geschichte (reale oder fiktive Autobiografie).
Nebenfiguren-Erzähler: Der Erzähler ist ein Zeuge, der die Tatsachen der Entwicklung beobachtet hat.
2. Person
Der Erzähler spricht in der 2. Person. Dies erzeugt den Effekt, als würde die Geschichte sich selbst oder einem gespaltenen Ich erzählt.
Die Lyrik
Die Lyrik umfasst eine Vielzahl von Texten, vor allem Gedichte. Wesentliche Merkmale sind:
- Das Zentrum des Gedichts liegt in der Intimität des Dichters, seinen Gefühlen und Emotionen.
- Der Dichter drückt diese Gefühle durch eine physische Realität aus, die als Symbol für sein inneres Selbst dient.
Neben diesen „internen“ Merkmalen gibt es „externe“ Formen wie das Schreiben in Versen (oder lyrischer Prosa) und eine repetitive Sprache.
Untergattungen der Lyrik
- Ode: Gedicht zur Verherrlichung einer Person oder Sache (z. B. Fray Luis de León).
- Elegie: Komposition, die ein Gefühl von individuellem oder kollektivem Unglück ausdrückt (z. B. Jorge Manrique).
- Ekloge: Der Dichter legt seine Gefühle der Liebe in den Mund von Hirten (z. B. Garcilaso de la Vega).
- Satire: Komposition in Vers oder Prosa, die individuelle oder kollektive Mängel kritisiert.
Die Erzählung (Epik)
Narrative Werke erzählen eine Geschichte und besitzen eine künstlerische Dimension. Sie hängen vom Erzähler ab und sind um Charaktere, Situationen und Fakten aufgebaut.
Untergruppen der Epik
- Epos: Zeichnet sich durch den heroischen Charakter der Handlung und die Versform aus.
- Geschichte/Erzählung: Wesentliche Merkmale sind Kürze, Prägnanz und Konzentration der Handlung.
Dramatik
Beschreibung
Das Theater unterscheidet sich durch die Dominanz des Dialogs. In einigen Fällen sprechen Charaktere zu sich selbst (Monolog). Im Gegensatz zum Roman benötigt das Theater keinen Erzähler, da die Charaktere und die Handlung im Vordergrund stehen.
Untergruppen des Dramas
- Komödie: Humorvolle Handlung mit unerwarteter Lösung und Happy End.
- Drama: Stellt einen echten und schmerzhaften Konflikt dar, in dem die Charaktere unter menschlichen Umständen handeln.
- Tragödie: Die Charaktere werden von Ideen geleitet; das Ergebnis endet meist mit dem Tod, da sie ihrem Schicksal durch überlegene Kräfte nicht entkommen können.