Literatur und Barock im 17. Jahrhundert
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Literatur und Philosophie im 17. Jahrhundert
Das Ideal der künstlerischen und literarischen Transformation der Renaissance wandelt sich ab der Mitte des 16. Jahrhunderts. Dies manifestiert sich in einer schrittweisen Trennung vom Kriterium der klassischen Nachahmung für den Künstler. Der persönliche Stil wird im Manierismus betont, einer künstlerischen Bewegung, die eher als Vorläufer des Barocks gilt, dessen ästhetische Bedenken sich in der Kunst und Literatur als Artifizialität (Künstlichkeit) äußern. Die Akzeptanz des Barocks erfolgt im 17. Jahrhundert. Er breitete sich von Italien aus und hatte Auswirkungen auf Frankreich, Deutschland und Großbritannien.
Merkmale und Weltbild des Barocks
Der Barock ist durch den Subjektivismus des Künstlers und dessen Auslegung der Welt geprägt. Die Haltung ist nachdenklich, ernst und pessimistisch gegenüber bedeutenden Themen des Menschen: Tod, Leben, Schicksal und Freiheit. Diese Haltung ist verknüpft mit einer tiefen geistigen Krise sowie sozialen und politischen Konflikten, die durch die protestantische Reformation verstärkt wurden. Auf den Optimismus und Idealismus der Renaissance folgt eine tiefe Unzufriedenheit mit dem Leben. Die enttäuschte Vision des Renaissance-Ideals Carpe Diem wird zum Sic Transit (so vergeht es), was die Meditation über das vergängliche Leben, Illusionen und die Unbeständigkeit menschlicher Dinge beweist. Die Neuheit ist ein großes barockes Drama: Alles wird als ein Bild des Todes erlebt; das Leben ist nur Schein.
Klassizismus und Barock im Vergleich
Klassizismus und Barock haben sich immer abgewechselt:
- Klassizismus: In der Literatur manifestiert er sich in unmittelbarem und natürlichem Ausdruck (z. B. Eleganz im Erscheinungsbild und Spontaneität).
- Barock: Er ist gekennzeichnet durch eine literarische Identitätsfunktion, welche die Literatur selbst hervorheben will und sich von anderen Diskursen abgrenzt. Die Sprache erfährt eine weitere Entwicklung in allen Bereichen des barocken Stils, der eher rhetorisch geprägt ist und einen Reichtum an Ressourcen wie Alliterationen, Hyperbatons, Kultismen usw. nutzt. Diese Ressourcen dienen dazu, eine Vision aus einer dynamischen, weit hergeholten Perspektive zu äußern und zu verstärken.
Konzeptismus und Kulteranismus
Der Konzeptismus (Conceptismo) und der Kulteranismus (Culteranismo – geprägt durch Neologismen und Kultismen) zeigen den Wunsch der Schriftsteller, durch sprachliche Fähigkeiten und Schärfe Wege zu finden, um über die gewöhnliche Alltagssprache hinauszuragen.
Die Lyrik des Barocks
Eine üppige Sprache und sensorische Themen prägen die Lyrik. Die metrischen Formen und Genres bleiben jene des 16. Jahrhunderts, obwohl ihr Angebot erweitert wird, um von populären Formen bis hin zu den kultiviertesten zu reichen. Die Liebeslyrik bleibt der petrarkistischen Tradition treu. Es intensivieren sich mythologische Referenzen, welche die griechisch-römische Welt zeigen und eine Flucht vor der Realität ermöglichen, in der der Dichter seine Kenntnisse der antiken Welt, seine Gelehrsamkeit und seine humanistische Bildung zur Schau stellt. Die drei großen Dichter dieser Zeit sind Lope de Vega, Luis de Góngora und Francisco de Quevedo.