Die Literatur des Barock: Epoche, Lyrik und Hauptvertreter

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1. Die Ideologie des Barock

Es wird davon ausgegangen, dass der barocke Konflikt ein künstlerischer Ausdruck einer Weltanschauung ist und eine bestimmte Haltung zum Leben, erweckt durch einen sozio-historischen Kontext, darstellt.

Gefühl der Krise, Widerspruch und Zeit

All die Ereignisse und Enttäuschungen, die bis zu diesem Zeitpunkt auftraten, führten zu einer pessimistischen Auffassung. Es wuchs ein Gefühl der Unsicherheit und des Misstrauens, hervorgerufen durch den „Schleier der Erscheinung“ und den ständigen Wandel. Da die Realität nicht klar erkennbar war, wurde die Neugier für das Seltene und Exotische geweckt.

  • Die Realität wird als ein Geflecht von Gegensätzen konzipiert, sowohl individuell als auch im zunehmenden Konflikt zwischen den Menschen.
  • Wichtige Themen waren die Schwäche des Menschen, die Vergänglichkeit der Zeit und die ständige Präsenz des Todes.

Kollektive Überzeugungen

Es herrschte eine Unzufriedenheit mit der Irrationalität, eine magische Sicht der Realität und der Glaube an das Übernatürliche. Parallel dazu stieg die Obsession mit der Reinheit des Blutes, der Ehre und der Frauenfeindlichkeit.

Strömungen

Aus der Konfliktsituation des Menschen entstanden im Barock vielfältige Reaktionen, wie das Streben nach Vergnügen und Schönheit, eine realistische Annahme oder der Komfort der asketischen Spiritualität.

2. Barocklyrik

Die barocke Lyrik kultiviert die Themen der älteren Epochen, jedoch mit einem Anstieg an Expressivität und einigen Neuerungen – vor allem Texte, die die Enttäuschung und das Bewusstsein für die Krise der Zeit zum Ausdruck bringen. Das allgemeinste Merkmal ist die Vielfalt der Themen, Motive und Ansätze.

  • Liebeslyrik: Die Idee der Liebe aus der Renaissance bleibt bestehen, inklusive der physischen Beschreibung der Geliebten nach petrarkistischen Vorbildern. Auch ein karikierender Ansatz ist erkennbar.
  • Philosophische und moralische Poesie: Geprägt von Pessimismus, Enttäuschung und dem Kontrast zwischen Realität und der Vergänglichkeit des Lebens. Stoische Ideen werden aufgegriffen, ebenso wie die Notwendigkeit eines tugendhaften Lebens.
  • Religiöse Dichtung: Hier herrscht die Poesie der Feier, aber auch die geistige Reflexion und Reue.
  • Burleske Poesie: Lyrik, die reich an humorvoller Parodie, Spott und persönlichen Angriffen ist.

2.1 Formale Aspekte

Die barocke Poesie zeichnet sich durch eine bemerkenswerte formale Vielfalt aus. Die stilistische Bandbreite zeigt sich durch den geschickten Einsatz von Sprache und Witz.

  • Metrik: Es gab eine Aufwertung der Kunstformen, vor allem des Achtsilblers. In verschiedenen Kombinationen entstanden Seguidillas, Weihnachtslieder, Letrillas und vor allem Romanzen. Auch die italienische Renaissance-Form der Silva fand Eingang.
  • Konzept und expressive Mittel: Das Spiel mit dem Witz und die extreme poetische Ausarbeitung manifestieren sich sowohl in der ernsten Poesie als auch in der Satire. Das grundlegende Medium ist das Konzept (die Assoziation von Ideen), ausgedrückt durch rhetorische Mittel wie Vergleiche, Umschreibungen, Paradoxien, Antithesen und Oxymora.

3. Luis de Góngora

Er schuf die innovativste poetische Sprache seiner Zeit. Seine Produktion löste bei Lesern sowohl Ablehnung als auch Bewunderung aus.

Poetische Werke

  • Kleinkunst-Poesie: Er kultivierte maurische Romanzen, pastorale und historische Gedichte sowie burleske Werke.
  • Sonette: Die Themen umfassen Liebe und Freude in petrarkistischer Tradition, aber mit einem veränderten Zeitbewusstsein, sowie Enttäuschung und Vergänglichkeit.
  • Gedichte für Erwachsene: Dazu gehören Polyphem und Galatea sowie die Einöden. Hauptthema ist die Liebe, eingebettet in pastorale Landschaften.

3.2 Stil

Góngoras Stil ist durch Komplexität gekennzeichnet: mythologische Anspielungen, gelehrte Begriffe und eine anspruchsvolle rhetorische Struktur. Er nutzt Alliterationen, komplexe Satzstrukturen, Hyperbaton und eine metaphorische Sprache, die stark auf sensorische Elemente wie Farbe und Musik setzt.

4. Francisco de Quevedo

Quevedo ist der Autor eines Werkes, das sich durch Qualität und Vielfalt auszeichnet. Seine Gedichte wurden in Anthologien und posthumen Editionen wie Der spanische Parnassus gesammelt.

4.1 Poetische Themen

  • Liebeslyrik: Verwurzelt in der Tradition des Cancionero und Petrarca. Themen sind die unerreichbare Geliebte, Leid, Wahnsinn und die Liebe über den Tod hinaus.
  • Moralische und metaphysische Lyrik: Beeinflusst durch christliche Moral und stoische Ideen. Der Autor reflektiert über die Kürze des Lebens und den unvermeidlichen Tod.
  • Satirische und burleske Poesie: Kritik an Sitten und sozialen Missständen der Zeit, oft geprägt von Frauenfeindlichkeit und dem Aufzeigen von Lastern wie Heuchelei.
  • Religiöse Dichtung: Fokus auf Buße für Sünden und Reflexionen über die Passion Christi.

4.2 Stil

Quevedo nutzt rhetorische Mittel meisterhaft, um Witz und Einfallsreichtum zu demonstrieren. Seine Texte sind reich an Metaphern, Gegensätzen und Kontrasten. In der burlesken Poesie nutzt er Karikaturen, während sein ernster Stil durch ein gelehrtes Lexikon und einen mahnenden Ton besticht.

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