Literatur der Generation von '98: Valle-Inclán und Machado

Eingeordnet in Spanisch

Geschrieben am in mit einer Größe von 3,42 KB

Ramón del Valle-Inclán (1866–1936)

Valle-Inclán war nicht nur ein bedeutender Schriftsteller der Generation von '98, sondern auch eine der prägendsten Figuren des 20. Jahrhunderts. Zu seiner Zeit wurde er oft verkannt und erst nach seinem Tod vollständig gewürdigt. Im Gegensatz dazu erhielt Jacinto Benavente, ein zeitgenössischer Dramatiker, bereits 1922 den Nobelpreis.

Literarisches Werk

  • Die Sonaten: Diese frühen Werke zu Beginn des Jahrhunderts prägten den spanischen Modernismus. Die Hauptfigur, der Marqués de Bradomín, wird als ein „hässlicher, katholischer und sentimentaler Don Juan“ beschrieben – jung, dekadent und aristokratisch.
  • Die Grotesken (Esperpentos): In den 1920er Jahren erreichte sein dramatisches Schaffen einen Höhepunkt. Durch die Verzerrung der Realität ins Groteske entlarvte er die spanische Gesellschaft und menschliche Laster. Wichtige Werke sind Die Tochter des Kapitäns, Die Hörner des Don Friolera und Lichter von Böhmen.
  • Tirano Banderas: Ein bedeutender Roman über einen südamerikanischen Diktator, der als eines der wichtigsten Werke des 20. Jahrhunderts gilt.

Antonio Machado (1875–1939)

Machados Dichtung lässt sich in zwei Phasen unterteilen:

1. Die modernistische Phase

Sein erstes Buch, Einsamkeiten (Soledades), war stark vom Modernismus geprägt. Später erweiterte er es zu Einsamkeiten, Galerien und andere Gedichte. Im Vergleich zu anderen Dichtern dieser Strömung war Machados Stil intimer und weniger pompös.

2. Die Phase von „Campos de Castilla“

Nach seinem Umzug nach Soria im Jahr 1907 wandte er sich vom Modernismus ab und entwickelte einen „noventayochista“-Stil. Er beschrieb die Schönheit und Tiefe der kastilischen Landschaft und ihrer Menschen in einer schlichten, fast umgangssprachlichen, aber hochpoetischen Sprache.

Spätwerk und Exil

Nach dem Tod seiner Frau Leonor schrieb er vermehrt Prosa. Er schuf die apokryphe Figur des Juan de Mairena, einen imaginären Lehrer, durch den er skeptische und ironische Gedanken über Moral und soziales Engagement vermittelte. Machado starb im französischen Exil kurz nach Ende des Spanischen Bürgerkriegs.

Grammatik: Der zusammengesetzte Satz

Ein zusammengesetzter Satz besteht aus zwei oder mehr Satzstrukturen mit jeweils eigenem Subjekt und Prädikat, die durch Konjunktionen verbunden sind.

Koordinierte Sätze

Diese Sätze sind syntaktisch unabhängig voneinander. Man unterscheidet:

  • Kopulativ: (y, e, ni)
  • Adversativ: (aber, jedoch, außer)
  • Disjunktiv: (o, u)
  • Distributiv: (einerseits... andererseits)
  • Explikativ: (d. h., das heißt)

Untergeordnete Sätze (Nebensätze)

Diese Sätze sind syntaktisch von einem Hauptsatz abhängig:

  • Substantivsätze: Übernehmen die Funktion eines Substantivs.
  • Adjektivsätze: Übernehmen die Funktion eines Adjektivs.
  • Adverbialsätze: Drücken Umstände aus, unter denen die Handlung des Verbs stattfindet.

Juxtaposition (Satzverbindung)

Hierbei werden Sätze ohne Konjunktionen direkt aneinandergereiht.

Verwandte Einträge: