Literatur des Goldenen Zeitalters: Garcilaso und Lazarillo

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Garcilaso de la Vega und die Renaissance

Das dichterische Schaffen der Renaissance steht im Einklang mit dem Konzept der imitatio. Es wurden zwei Stufen eingerichtet, um die Konsolidierung der Renaissance-Lyrik zu festigen; in einer zweiten Phase folgen theoretische Überlegungen. Spanische Gedichte schaffen zwei Denkschulen: Salamanca und Sevilla. Der Petrarquismus verhindert nicht das Fortbestehen hispanischer, traditioneller und gebildeter Wurzeln. Die wichtigsten Gattungen sind das Petrarca-Sonett und das Lied.

Die Schule von Salamanca

In der Schule von Salamanca erwerben die Gattungen ihre endgültige Form. Durch das italienische Vorbild entsteht in der spanischen Poesie eine reichhaltige Produktion, die auf das Thema der Liebe spezialisiert ist. Klassische Gedichte passen die Ode, die Elegie und den Brief in das System ein. Die Eklogen greifen auf Theokrit und Vergil zurück. Die idyllische Landschaft im unbestimmten Goldenen Zeitalter bildet den Rahmen der Ekloge, einer Gattung mit vielseitigen Stilen und thematischen Motiven.

Garcilasos Werk

Garcilasos Arbeit führt Metrik, Themen und Techniken der italienischen Dichtung in die spanische Sprache ein und setzt einen Standard, der während des Goldenen Zeitalters als Referenz dient. Seine Gedichtsammlung unterteilt sich in petrarkistische, klassische und pastorale Abschnitte:

  • Sonette und Lieder: Bilden das Liederbuch, das durch nicht-petrarkistische Elemente ergänzt wird.
  • Klassische Bukolik: Die drei Eklogen, charakterisiert durch die Harmonie des Hirten mit der Natur.

Ekloge I

Garcilaso führt das pastorale Genre ein und schlägt in jeder seiner drei Eklogen einen anderen Modus vor. In Ekloge I folgt er dem Modell der achten Ekloge Vergils, indem er das Gedicht in zwei Gesänge teilt: Nemoroso und Salicio, gewidmet der Untreue Galateas und dem Tod von Elisa.

Metrik der Ekloge I

Die Metrik basiert auf einer Strophenform mit etwa 15 bis 17 Silben pro Vers. Die Struktur imitiert die idyllische Struktur Vergils: Einführung, Widmung und zwei amöbeische Gesänge mit einem Übergang in der Mitte.


Lazarillo de Tormes

Die Vielfalt der Prosa des 16. Jahrhunderts lässt sich in zwei Kategorien einteilen:

  • Didaktische Prosa: Sachbücher wie Dialoge oder Briefe mit dogmatischem Zweck.
  • Romane: Genres, in denen die Freiheit der Erfindung den konstruktiven Formalismus ausbalanciert.

Der Dialog und die Editionen

Der Dialog ist in der klassischen Wiederbelebung integriert, die humanistische Literatur vermittelt. Die Editionen des Lazarillo erschienen 1554. Das Werk ist eine Autobiografie, in der der erwachsene Lazarus seine Geschichte und seinen unerwarteten Familienstand erklärt.

Stil und Struktur

Der Stil unterteilt sich in zwei Protokolle, geprägt durch Humor und die Beherrschung des sermo humilis. Die Projektion der Geschichte auf das Abschlussereignis verleiht dem Werk eine symmetrische Struktur. Das Werk enthält zudem Elemente einer Kritik an der modernen Gesellschaft und Religion.

Die Briefform als autobiografisches Mittel

Das Werk ist als apokrypher Brief an einen Empfänger (Euer Gnaden) verfasst. Der Akt des Schreibens stellt eine weitere Etappe im Leben des Lazarus dar. Am Ende offenbart sich der Zynismus des Protagonisten, der den Ehebruch seiner Frau toleriert, um seinen sozialen Status zu wahren. Die Erzähltechnik passt sich den Konventionen der Briefform an, was dem Erzähler Glaubwürdigkeit und Realismus verleiht.

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