Literatur und Kultur des 18. Jahrhunderts in Spanien

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Die Aufklärung in Spanien

Die Aufklärung war eine kulturelle Bewegung, die sich im 18. Jahrhundert in Spanien verbreitete. Ihre wesentlichen Merkmale waren:

  • Rationalismus: Vertrauen in die Vernunft und die Wissenschaft.
  • Humanität: Das ultimative Ziel allen menschlichen Handelns.
  • Reformismus: Die Überzeugung, dass menschlicher Fortschritt schrittweise erfolgt.
  • Individualismus: Fokus auf individuelle Initiative, Vertrauen und Freundlichkeit.
  • Glauben an den Fortschritt: Das Streben nach dem Wohlergehen aller.

Neoklassizismus

Der Neoklassizismus zeichnete sich durch folgende Aspekte aus:

  • Didaktik: Literatur diente dazu, die Menschen zu erziehen.
  • Klarheit: Ein klarer Ausdruck war für Ideale und Bildung unerlässlich.
  • Inspirationsregeln: Strenge Regeln sorgten für Klarheit und Wahrheit.

Poesie im 18. Jahrhundert

Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelten sich vielfältige poetische Formen. Es entstanden Gedichte, die sich mit der Bürgerbeteiligung befassten, die Gier der Privilegierten persiflierten und den Schutz der Schwachen forderten. Auch Zweifel an den eigenen aufgeklärten Idealen wurden thematisiert.

Juan Meléndez Valdés (1754–1817)

Er war ein bedeutender Dichter seiner Zeit, der philosophische Poesie und Liebeslyrik verfasste. Sein Stil zeichnet sich durch Transparenz, Eleganz und Schlichtheit aus.

Theater im 18. Jahrhundert

Während das Barocktheater zunächst fortbestand, entwickelten sich neue Formen. Es entstand die romantische Komödie, die das Publikum bewegen und neue Werte vermitteln sollte. Besonders beliebt waren Farcen und Komödien, die das Alltagsleben (costumbres) widerspiegelten. Wichtige Vertreter waren Ramón de la Cruz und Leandro Fernández de Moratín.

Leandro Fernández de Moratín (1760–1828)

Moratín war ein aufgeklärter Denker, der von der Macht unterstützt wurde. Sein Theater zeichnet sich durch Prosa, eine klare didaktische Absicht und die Einhaltung der drei Einheiten (Ort, Zeit, Handlung) aus. Sein berühmtestes Werk, „El sí de las niñas“, kritisiert die erzwungene Ehe und thematisiert die Erziehung der Jugend sowie die Freiheit.

Prosa und Didaktik

Die Romane des 18. Jahrhunderts dienten eher der Gesellschaftskritik als der reinen Fiktion. Bedeutende Autoren waren:

  • Diego de Torres Villarroel: Bekannt für seine humorvolle Autobiografie im Stil von Quevedo.
  • José Francisco de Isla: Autor der „Historia del famoso predicador fray Gerundio de Campazas“.
  • José Cadalso: Bekannt für seine „Cartas marruecas“ (Marokkanische Briefe).

Didaktische Prosa

Fray Benito Jerónimo Feijoo (1680–1768) war ein Pionier der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Gaspar Melchor de Jovellanos (1744–1811) gilt als das Modell des aufgeklärten Denkers, der sich als Jurist und Staatsmann für Agrarreformen und Bildung einsetzte.

Sprachliche Entwicklungen

  • Anglizismen: Die Aufnahme englischer Begriffe in die spanische Sprache.
  • Abkürzungen: Begriffe, die aus den Anfangsbuchstaben einer Wortgruppe gebildet werden (z. B. NATO).
  • Akronyme: Wörter, die durch die Verbindung von zwei oder mehreren Wörtern oder Silben entstehen (z. B. UFO).

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