Literatur und Kultur des Barock

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Der Barock: Subjektivismus und Haltung

Der Barock ist geprägt von einer nachdenklichen, ernsten und pessimistischen Haltung gegenüber dem menschlichen Wesen, die Themen wie Leben, Tod, Schicksal und Freiheit in den Mittelpunkt stellt. Diese Haltung entspringt einer tiefen seelischen Krise sowie sozialen und politischen Missständen, die zu einer enttäuschten Vision des Lebens führen. Das Motiv Carpe diem sowie der Gedanke Sic transit gloria mundi verleihen dem Barock eine hohe Dramatik.

Das Goldene Zeitalter

Ständige Interessenskonflikte zwischen Adel, Klerus und Bürgertum prägen die Zeit. Es findet eine starke Abwanderung aus ländlichen Gebieten in die Städte statt, was zu einer Situation des Scheiterns und der Desorientierung führt. Dennoch bringt das Land in diesem Jahrhundert – neben dem 16. Jahrhundert – eine Fülle an Genies hervor, darunter: Cervantes, Góngora, Lope de Vega und Quevedo.

Klassik und Barock

Der Barockstil steht im Gegensatz zum Klassizismus. Während die klassische Literatur den unmittelbaren Ausdruck, natürliche Eleganz und Spontaneität sucht und künstliche sowie übermäßig ornamentale Ausdrücke vermeidet, zeichnet sich der Barock durch eine hochgradig rhetorische Sprache aus.

Der barocke Stil nutzt eine Vielzahl an rhetorischen Mitteln, wie zum Beispiel:

  • Alliteration
  • Paronomasie
  • Hyperbaton
  • Lexikalische Besonderheiten

Diese Mittel dienen dazu, eine dynamische und künstliche Sicht auf die Welt zu vermitteln.

Konzeptismus und Culteranismo

Beide Strömungen zeigen den Wunsch der Schriftsteller, durch verbale Fähigkeiten und Witz über die vulgäre Alltagssprache zu erheben und Teil einer „geistigen Aristokratie“ zu werden.

Konzeptismus

Der Konzeptismus beruht auf der Verdichtung von Ideen. Anspielungen und Nuancen führen zu expressiven Ressourcen wie Ironie, Paradoxien und Wortspielen.

Culteranismo

Der Culteranismo konzentriert sich auf den glanzvollen Gebrauch der Sprache und überraschende, ungewöhnliche Wörter. Die Sprache ist mit Neologismen und komplexen Diskursen gefüllt, die auf einer Akkumulation formaler Mittel basieren.

Beide Stile erschweren das Verständnis der Botschaft und fordern einen gebildeten Leser, der ästhetischen Genuss in geistiger Abstraktion sucht.

Poesie im Barock

Themen, Formen und metrische Genres bleiben weitgehend vom 16. Jahrhundert erhalten, wurden jedoch um populäre sowie gelehrte Formen erweitert, darunter satirische, religiöse und epische Dichtung. Die petrarkistische Liebeslyrik bleibt bestehen. Die griechisch-römische Mythologie dient als eine Art Flucht vor der Realität und als Feld, auf dem der Dichter seine Belesenheit und humanistische Bildung unter Beweis stellt. Die großen Dichter dieser Zeit sind Lope de Vega, Góngora und Quevedo.

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