Literatur des Mittelalters: Auto de los Reyes Magos & Manrique

Eingeordnet in Sprache und Philologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,26 KB

Auto de los Reyes Magos

Dieses Werk stammt aus dem zwölften Jahrhundert und gilt als das erste erhaltene kastilische Theaterstück. Es umfasst 147 Verse in verschiedenen Metren (polimetrisch). Der Text handelt von den Heiligen Drei Königen – Melchior, Kaspar und Balthasar – sowie König Herodes.

Das Werk ist in 5 Szenen unterteilt:

  • Szene 1: Die Könige monologisieren über die Bedeutung des Sterns.
  • Szene 2: Die Könige treffen eine Vereinbarung und beschließen, dem Stern zu folgen.
  • Szene 3: Die Könige erscheinen vor Herodes, verkünden die Geburt eines neuen Königs und wollen ihm Geschenke bringen.
  • Szene 4: Herodes beruft seine Gelehrten ein, um zu prüfen, ob seine Herrschaft in Gefahr ist.
  • Szene 5: Die Gelehrten streiten, und zwei Rabbiner diskutieren über die Bedeutung der Schriften, die Jesus Christus prophezeiten.

Jorge Manrique: Coplas a la muerte de su padre

Jorge Manrique war ein Adliger und Soldat, der in der aristokratischen Gesellschaft seiner Zeit eine bedeutende Rolle spielte.

Thematische Einordnung seiner Werke

  • Liebeslyrik: Eingebettet in das Thema der höfischen Liebe.
  • Spottlyrik: Umfasst drei Kompositionen, die den damaligen Stil der Blütezeit widerspiegeln.
  • Moralische Lyrik: Hierzu gehören die berühmten 40 Strophen (Coplas) mit dem typischen pie quebrado (gebrochener Versfuß).

Coplas a la muerte de su padre

In diesen Strophen meditiert Jorge Manrique über die Vergänglichkeit der irdischen Güter, den Lauf der Zeit und die Instabilität des Glücks.

Zentrale Themen

  • Der Tod als Zeichen: Gegen Ende des 14. Jahrhunderts war der Tod durch Pest und Kriege allgegenwärtig, was sich in der Kunst (Totentanz) widerspiegelte.
  • Ruhm: Bezieht sich auf das Vermächtnis, das Menschen in dieser Welt hinterlassen.
  • Vanitas Vanitatum: Der mittelalterliche Gedanke, dass irdische Dinge keinen bleibenden Wert haben.
  • Ubi sunt?: Ein Ausdruck des Schmerzes über den Tod und das Verschwinden vergangener Generationen.
  • Tempus fugit: Die Flüchtigkeit des Lebens.
  • Planto: Trauer um den Verlust geliebter Menschen.

Struktur

Das Werk lässt sich in drei Teile gliedern:

  • Strophen I–XIII: Reflexionen über die Gleichheit aller Menschen vor dem Tod.
  • Strophen XIV–XXIV: Erinnerungen an die Vergangenheit und das Leben vergangener Berühmtheiten.
  • Strophen XXV–XL: Eine Elegie für seinen Vater, Don Rodrigo. Hier wird betont, dass das ewige Leben Vorrang vor dem irdischen Ruhm hat.

Stilistische Merkmale

  • Strophenform: Bestehend aus 6 Versen in arte menor mit konsonantem Reim und dem Schema 8a8b4c8a8b4c (mit 4-silbigen pie quebrado, die ein feierliches Tempo vorgeben).
  • Synonyme
  • Erklärende Adjektive
  • Imperativformen

Verwandte Einträge: