Literaturgeschichte: Vom Neoklassizismus zur Romantik

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Poesie der Postbarock-Zeit

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich eine Nachahmung von Góngora und Quevedo. Wichtige Autoren sind Gabriel Álvarez de Toledo, Eugenio Gerardo Lobo und Antonio Porcel.

Neoklassizistische Poesie

Diese Strömung sucht Verständlichkeit und Nutzen; sie folgt den Grundsätzen der Poetik von Ignatius Luzán.

Wichtige Tendenzen

  • Rokoko-Poesie: Kompositionen im Stil von Anakreon. Autoren: J. Cadalso, T. González, J.P. Forner und J. Meléndez Valdés.
  • Philosophische Poesie: Nützliche Dichtung, die soziale Fragen wie Humanität und Fortschritt behandelt. Autoren: Gaspar Melchor de Jovellanos, Manuel J. Quintana.
  • Didaktische Poesie: Fabeln (oft mit Tieren als Protagonisten). Autoren: Félix M. Samaniego und Tomás de Iriarte.
  • Sentimentale Poesie: Emotionale und düstere Noten, Verzweiflung und Pessimismus. Autor: Nicasio Álvarez de Cienfuegos.

Theater im 18. Jahrhundert

Das Barocktheater wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts weiter kultiviert, bis zum Verbot der Autos sacramentales (1765). Autoren: José de Cañizares und Antonio de Zamora.

Costumbrismo und Neoklassizismus

  • Sainete: Kurze Stücke über das Leben der Bauern und Sitten des 18. Jahrhunderts. Bekanntester Autor: Ramón de la Cruz (El petimetre, El Manolo).
  • Neoklassizistisches Theater: Ziel ist die Verbindung von Freude und Bildung. Es sucht Klarheit und Glaubwürdigkeit durch die Regel der drei Einheiten und Anstand.
  • Neoklassizistische Tragödie: Historische Ereignisse und edle Charaktere. Beispiel: Raquel von Vicente García de la Huerta.
  • Neoklassizistische Komödie: Verspottung sozialer Laster. Beispiel: El sí de las niñas von Leandro Fernández de Moratín.
  • Sentimentale Komödie: Exaltation bürgerlicher Tugenden. Beispiel: El delincuente honrado von Jovellanos.

Prosa und Aufklärung

Benito J. Feijoo

Seine Schriften zielten darauf ab, die spanische Mentalität zu modernisieren und populärwissenschaftliche Fehler zu bekämpfen. Bekanntes Werk: Teatro crítico universal.

José Cadalso

Autor der Cartas marruecas. Er nutzte die Briefform für eine kritische Vision Spaniens.

Gaspar Melchor de Jovellanos

Bekannt für Berichte und Reden zur Reform des Landes, wie den Informe sobre la Ley Agraria.

Romanliteratur

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dominierte der Einfluss von Quevedo (Diego de Torres Villarroel). Später folgten didaktische Werke (Pater José Francisco de Isla) und gegen Ende des Jahrhunderts sentimentale Romane (Pedro de Montengón).

Die Romantik

Eine kulturelle Bewegung, die in Deutschland und England entstand und den Übergang zur Moderne und zum liberalen Bürgertum markierte.

Literarische Merkmale

Themen wie Freiheit, Macht, Gerechtigkeit und der Sinn des Lebens stehen im Vordergrund. Der Stil zeichnet sich durch Subjektivität, die Verwendung von Umgangssprache und Neologismen aus.

Romantisches Drama

Ablehnung der klassischen Regeln, Mischung von Prosa und Versen sowie tragischen und komischen Elementen. Bekannte Werke: Don Álvaro o la fuerza del sino (Herzog von Rivas) und Don Juan Tenorio (José Zorrilla).

Mariano José de Larra

Schöpfer des modernen literarischen Artikels in Spanien. Er kritisierte unter Pseudonymen wie Fígaro die gesellschaftliche Realität und forderte Meinungsfreiheit.

Romantische Lyrik

  • José de Espronceda: Verteidiger der Freiheit und sozialer Kritiker. Werke: El estudiante de Salamanca und El diablo mundo.
  • Gustavo Adolfo Bécquer: Seine Rimas behandeln Liebe, Poesie, Einsamkeit und den Tod mit einer sehr intimen und musikalischen Sprache.

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