Literaturgeschichte: Romantik und Realismus im 19. Jahrhundert

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Tagesordnungspunkt 7: Literarische Bewegungen des 19. Jahrhunderts

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dominierte in Europa die Romantik, während in der zweiten Hälfte der Realismus an Bedeutung gewann.

Gesellschaft und Kultur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

  • Wirtschaftliche Revolution: Industrielle Revolution.
  • Soziale Revolution: Stärkung von Bürgertum (Bourgeoisie) und Proletariat.
  • Politische Revolution: Konflikt zwischen Liberalismus und Konservatismus.
  • Kulturrevolution: Die Romantik.

Die Romantik in Spanien begann in den 1830er Jahren mit der Rückkehr exilierter Liberaler, die mit europäischen Strömungen in Kontakt gekommen waren.

Merkmale der Romantik

  • Freiheit: Ablehnung von Normen, Vorliebe für rebellische Charaktere.
  • Gefühle: Betonung von Emotionen und düsteren Landschaften, die den gequälten Geist widerspiegeln.
  • Eskapismus: Flucht aus der Wirklichkeit in mittelalterliche oder exotische Welten.
  • Individualismus und Nationalismus: Rückbesinnung auf Volkstraditionen.
  • Expressivität: Mischung von Prosa und Versen, Tragik und Komik. Verwendung einer überschwänglichen Sprache.

Wichtige Vertreter der Romantik

José de Espronceda (1808–1842)

Ein politisch engagierter Rebell. Wichtige Werke: El estudiante de Salamanca und El diablo mundo.

Mariano José de Larra (1809–1837)

Ein bedeutender Journalist und Kritiker der spanischen Gesellschaft. Seine Artikel zeichnen sich durch einen humorvollen, aber bitteren Ton aus.

Gustavo Adolfo Bécquer (1836–1870)

Bekannt für seine Rimas (Gedichte über Liebe und Schmerz) und Leyendas (phantastische Erzählungen).

Das romantische Drama

Die Romantik brach mit der Regel der drei Einheiten. Die Stücke sind oft in fünf Akte unterteilt, mischen Komik mit Tragik und thematisieren die unüberwindbare Liebe.

Punkt 8: Gesellschaft und Kultur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Die Ära ist geprägt durch den Positivismus und den Einfluss der modernen Wissenschaft (z. B. Psychologie).

Der Realismus

  • Literarische Gattung: Der Roman wird zum bevorzugten Medium, um die Gesellschaft objektiv abzubilden.
  • Objektivität: Der Erzähler tritt als allwissende Instanz auf.
  • Charaktere: Fokus auf das Bürgertum und den Alltag im urbanen Raum.
  • Glaubwürdigkeit: Detaillierte Beschreibungen und eine nüchterne Sprache.

Wichtige Vertreter des Realismus

Benito Pérez Galdós (1843–1920)

Er gilt als einer der bedeutendsten spanischen Autoren. Seine Werke unterteilen sich in:

  • Thesenromane: Auseinandersetzung zwischen Fortschritt und Tradition.
  • Zeitgenössische Romane: Gesellschaftskritik (z. B. Fortunata y Jacinta).
  • Episodios Nacionales: Historische Romane, die Fiktion mit der Geschichte Spaniens verbinden.

Leopoldo Alas „Clarín“ (1852–1901)

Sein Hauptwerk La Regenta ist eine präzise Analyse der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Heuchelei in der Stadt Oviedo.

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