Literaturgeschichte: Von der römischen Antike zum Mittelalter

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Die römische Komödie

Die römischen Dramatiker übernahmen die Stoffe und Figuren der griechischen Komödie, führten jedoch auch römische Geschichte und Bräuche ein. Die beiden berühmtesten Autoren, Plautus und Terenz, lebten im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. und verfassten bedeutende Theaterstücke.

Das römische Epos: Die Aeneis

Die Aeneis erzählt den Gründungsmythos von Rom. Vergil schreibt die Gründung Aeneas zu, einem trojanischen Helden, der nach der Zerstörung Trojas durch die Griechen an der Küste von Latium ankommt. Das direkte Vorbild ist Homer. Vergil widmete sich auch der lyrischen Form in seinen Eklogen und Erzählungen, die später vielfach nachgeahmt wurden.

Lateinische Lyrik der Kaiserzeit

Die lateinische Lyrik in der Zeit des Kaisers Augustus wurde neben Vergil von zwei weiteren bedeutenden Autoren geprägt: Horaz und Ovid. Horaz erreichte seinen Höhepunkt in den Oden, in denen er die alltägliche Welt in universelle Poesie verwandelte. Berühmt ist sein Aufruf Carpe Diem („Nutze den Tag“), der dazu rät, die Jugend zu genießen, da sie so flüchtig wie die Blüte einer Rose ist. Ovid sammelte in seinem Meisterwerk Metamorphosen zahlreiche mythologische Fabeln, in denen die Charaktere eine Verwandlung durchlaufen.

Mittelalterliche Epik und Heldenlieder

Die Epen waren lange Gedichte, die von glorreichen Taten der Vergangenheit erzählten. Da die Menschen meist nicht lesen konnten, lernten sie so die sagenumwobene Geschichte ihres Landes kennen. Die mündliche Überlieferung durch Spielleute erlaubte es, Passagen dem Geschmack des Publikums anzupassen. Daher gelten sie als kollektive Schöpfungen auf historischem Hintergrund, der mit Fiktion überlagert ist. Die wichtigsten Epen sind:

  • Das Nibelungenlied in Deutschland
  • Das Rolandslied in Frankreich
  • Das Poem vom Cid (Cantar de Mio Cid)

Die Entwicklung der Lyrik

Lyrische Gedichte drücken persönliche Gefühle wie Liebe, Trauer oder Einsamkeit aus. Sie waren oft kurz und wurden von Instrumenten begleitet. Man unterscheidet zwei Arten:

  • Traditionelle Lyrik: Anonyme Werke, die mündlich überliefert wurden. Die ältesten Beispiele sind die Jarchas (in mozarabischer Sprache), die in längere Gedichte eingebettet waren.
  • Gelehrte Lyrik: Von bekannten Autoren verfasst und schriftlich festgehalten. Wichtige Beispiele sind die Poesie der Provence und der Dolce Stil Nuovo.

Provenzalische Dichtung und höfische Liebe

Während des 12. und 13. Jahrhunderts entstand an den feudalen Höfen der Provence (Südfrankreich) eine gelehrte Dichtung, die die europäische Lyrik stark beeinflusste. Die Troubadoure waren die Schöpfer dieser Werke. Es gab verschiedene Kompositionsarten, wie das Liebeslied, das einer verheirateten adligen Frau gewidmet war, der der Troubadour als Vasall diente. Diese besondere Art des Liebesverständnisses wird als höfische Liebe bezeichnet.

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