Logische Fehlschlüsse: Arten und Beispiele einfach erklärt
Eingeordnet in Philosophie und Ethik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 2,81 KB
Informelle Täuschungen und falsche Argumente
Logische Fehlschlüsse sind ungültige Schlussfolgerungen, die jedoch oft überzeugend erscheinen. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten:
Formale Fehlschlüsse
Diese basieren auf Fehlern in der logischen Struktur, wie etwa der Leugnung der Vorgeschichte oder der falschen Bekräftigung der Konsequenz.
Informelle Fehlschlüsse
Hier sind die häufigsten Arten im Überblick:
- Ad verecundiam (Autoritätsargument): Man behauptet, etwas sei wahr, nur weil eine vermeintliche Autorität es gesagt hat, ohne inhaltliche Gründe zu nennen. Beispiel: „Ich habe es im Fernsehen gesehen, also muss es wahr sein.“
- Ad hominem (Persönlicher Angriff): Man versucht, die Argumentation einer Person zu widerlegen, indem man die Person selbst diskreditiert. Beispiel: „Es ist falsch, dass Frauen diskriminiert werden, denn alle Feministinnen sind übertrieben.“
- Ad populum (Appell an die Masse): Eine Schlussfolgerung wird nur durch Emotionen oder Vorurteile des Publikums gestützt, statt durch Fakten. Beispiel: „Wir müssen die Einwanderung verbieten, damit uns Ausländer nicht das Brot wegnehmen.“
- Ad ignorantiam (Argumentum ad ignorantiam): Etwas wird als wahr oder falsch behauptet, nur weil das Gegenteil nicht bewiesen wurde. Beispiel: „Da niemand bewiesen hat, dass Gott existiert, existiert er nicht.“
- Ad baculum (Argument mit Gewalt): Anstatt Gründe zu nennen, werden Drohungen oder Zwang eingesetzt. Beispiel: „Dieses Problem wird so gelöst, weil ich es sage.“
- Übermäßige Verallgemeinerung: Eine Schlussfolgerung wird aus zu wenigen Fällen gezogen, die nicht repräsentativ sind. Beispiel: „Der Frosch legt Eier, der Strauß legt Eier – also sind alle Wirbeltiere eierlegend.“
- Falsche Ursache (Post hoc ergo propter hoc): Man schließt auf einen kausalen Zusammenhang, nur weil ein Ereignis einem anderen zeitlich vorausgeht. Beispiel: „Ich bin durch die Prüfung gefallen, weil eine schwarze Katze meinen Weg gekreuzt hat.“
- Semantischer Fehlschluss (Äquivokation): Ein Wort oder eine Phrase ändert während der Argumentation ihre Bedeutung. Beispiel: „Katzen können Autos heben (als Sternbild), also kann meine Katze Garfield ein Auto heben.“
- Zirkelschluss (Petitio Principii): Die Schlussfolgerung stützt sich auf eine Prämisse, die bereits voraussetzt, dass das Ergebnis wahr ist. Beispiel: „Mädchen sind schlauer als Jungen, weil sie bessere Noten bekommen. Warum bekommen sie bessere Noten? Weil sie schlauer sind.“