Logische Fehlschlüsse: Eine Übersicht der Argumentationsfehler
Zusammenfassung
Dieses Dokument erklärt sechs Typen von Argumentationsfehlern, also Fehlschlüssen. Dazu gehören das Autoritätsargument, das Argumentum ad baculum, ad populum und ex populo, post hoc ergo propter hoc und das Dammbruch-Argument. Zu jedem Fehlschluss stehen die Grundstruktur und ein Beispiel. Ein Schüler lernt so, Argumente auf logische Fehler zu prüfen.
Kernpunkte
- Ein Autoritätsargument ist ein Fehlschluss, wenn die kritische Auseinandersetzung mit der Person oder der Aussage unterdrückt wird.
- Das Argumentum ad baculum setzt Drohungen, Einschüchterung oder Druck statt logischer Gründe ein.
- Das Argumentum ad populum weckt Emotionen statt Beweise, wie es oft in der Werbung geschieht.
- Das Argumentum ex populo hält die Mehrheitsmeinung für Wahrheit. Dieses Schema ist logisch ungültig.
- Post hoc ergo propter hoc hält einen zeitlichen Zusammenhang für einen kausalen Zusammenhang.
- Das Dammbruch-Argument ist oft ein Fehlschluss, weil die Ursachen zwischen den einzelnen Schritten nicht bewiesen sind.
Autoritätsargument (Argumentum ad verecundiam)
Ein Autoritätsargument beruht darauf, dass eine Person mit Autorität eine Aussage trifft. Da wir im Alltag nicht jede Annahme selbst rechtfertigen können, ist dies oft notwendig. Ein Fehlschluss liegt jedoch vor, wenn die kritische Auseinandersetzung mit der Person oder der Aussage unterdrückt wird.
Argumentum ad baculum
Hierbei werden Drohungen, Einschüchterungen oder Druckmittel verwendet, um eine Schlussfolgerung zu erzwingen. Wenn das Argument nicht auf logischen Gründen, sondern auf Zwang basiert, ist es ein Fehlschluss. Ein klassisches Beispiel sind Politiker, die die Öffentlichkeit mit Schreckensszenarien manipulieren, um Zustimmung zu erzwingen.
Argumentum ad populum
Dieses Argument zielt darauf ab, Emotionen zu wecken, um Zustimmung ohne Beweise zu erhalten. Es wird häufig in der Werbung genutzt, um Bedürfnisse zu erzeugen und Produkte durch emotionale Bindung statt durch Fakten zu verkaufen.
Argumentum ex populo
Dieses Argument stützt sich auf die vermeintliche Wahrheit durch Mehrheitsmeinung:
- 1. Die Mehrheit unterstützt P. Daher ist P wahr oder richtig.
- 2. Die Mehrheit lehnt P ab. Daher ist P falsch.
Dieses Schema ist logisch ungültig, da die Wahrheit einer Aussage nicht von der Anzahl der Befürworter abhängt.
Post hoc ergo propter hoc
Dies bedeutet: „Danach, also deswegen“. Es ist ein Kausalitätsfehler:
Ereignis B tritt nach Ereignis A ein. Daher ist A die Ursache für B.
Hierbei wird ein zeitlicher Zusammenhang fälschlicherweise als kausaler Zusammenhang interpretiert. Ein Beispiel ist der Aberglaube im Sport: Ein Athlet trinkt ein bestimmtes Getränk vor einem Wettkampf und gewinnt. Er schreibt den Sieg dem Getränk zu, obwohl kein empirischer Kausalzusammenhang besteht.
Slippery Slope Argument (Dammbruch-Argument)
Die Struktur dieses Arguments basiert auf einer Domino-Kettenreaktion:
- 1. Wenn A1 geschieht, folgt A2. Nach A2 folgt A3.
- 2. A3 ist ein unerwünschtes Ereignis. Daher darf A1 nicht geschehen.
Dieses Argument ist oft ein Fehlschluss, da die notwendigen Kausalzusammenhänge zwischen den einzelnen Schritten nicht bewiesen werden.
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PDF Word HTMLHäufige Fragen
Was bedeutet post hoc ergo propter hoc?
Der lateinische Ausdruck bedeutet Danach, also deswegen. Es ist ein Kausalitätsfehler: Ein Ereignis B tritt nach einem Ereignis A ein, und daraus wird geschlossen, dass A die Ursache für B ist.
Warum ist das Argumentum ex populo ungültig?
Die Wahrheit einer Aussage hängt nicht von der Anzahl der Befürworter ab. Deshalb ist das Schema logisch ungültig.
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