Lope de Vega und Pedro Calderón de la Barca: Eine Analyse
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5 Der Erfolg der Werke von Lope de Vega
Das Theater von Lope de Vega hat einen Hauptzweck: die Unterhaltung der Öffentlichkeit. Da das Publikum die Fabeln der Liebe (romantische Geschichten) liebte, schuf Lope vier Archetypen, die in all seinen Stücken wiederkehren: den Galán (Liebhaber), die Dama (Dame), den Gracioso (lustiger Diener) und die Criada (Zofe). Das Paar aus Dame und Liebhaber entwickelte eine ernste Handlung, während das Paar aus Diener und Zofe für den Humor sorgte. So wurde sein Theater zu einem nationalen Ereignis für alle Gesellschaftsschichten, vom Volk bis zum König.
6 Stil von Lope de Vega
Sowohl seine Prosa als auch seine Gedichte wirken scheinbar einfach, trotz ihrer rhetorischen Finesse. Lope bevorzugte Einfachheit und Natürlichkeit und griff häufig auf populäre Themen zurück. Er passte die Metrik stets dem Inhalt an und achtete auf eine strenge Korrespondenz zwischen dem Charakter und dessen Ausdrucksweise.
Pedro Calderón de la Barca
Leben
Als Dramatiker des 17. Jahrhunderts war Calderón ein Anhänger des Theaters von Lope de Vega, folgte jedoch dem conceptista-Trend. Er wurde 1600 in Madrid geboren. Sein langes Leben verlief im Einklang mit der Entwicklung des Barock in Spanien, weshalb sein Todesjahr 1681 oft als Ende der Epoche betrachtet wird.
Werk
Calderón schrieb zahlreiche Stücke, von denen heute vor allem Komödien und Autos sacramentales erhalten sind:
- Komödien: Philosophische, religiöse oder historische Erzählungen, wie zum Beispiel La cisma de Inglaterra oder El duende, die das Publikum unterhielten.
- Autos sacramentales: Diese Stücke dienten als moralisches Modell, in denen Allegorien genutzt wurden, um die Mysterien des Katholizismus und abstrakte theologische Konzepte zu verbreiten. Ein bedeutendes Werk ist Das große Welttheater, in dem das Leben als Theaterstück dargestellt wird, dessen Autor Gott ist.
Das Leben ein Traum
Dieses Werk ist eine Komödie, die philosophische Fragen über das Leben als Traum, Prädestination und den freien Willen aufwirft.
Interpretationen des Werkes
- Anthologischer Sinn: Das menschliche Leben als Kampf zwischen Traum und Wirklichkeit.
- Theologischer Sinn: Die Macht der Freiheit gegenüber den Sternen. Calderón zeigt, dass der weise Mensch die Sterne besiegt. Jeder ist für sein Verhalten verantwortlich; Basilios Fehler war es, nur die Wirkung, nicht aber die Ursache zu sehen.
- Moralischer Sinn: Sichtbar im Entscheidungsprozess von Basilio, seinen Sohn Sigismund im Turm gefangen zu halten. Sigismund verhält sich zunächst wie ein Tier ohne Ethik, da er nicht als Prinz erzogen wurde.
- Rechtlicher und politischer Sinn: Basilio handelt gegen das Thronfolgerecht. Der Aufstand des Volkes fordert die Rückkehr des rechtmäßigen Erben. Clotaldo repräsentiert das Gesetz und die Loyalität. Schließlich entschuldigt sich Sigismund bei Basilio für den Versuch, den Thron zu stürzen.
Stil
Sein Stil ist nicht einheitlich. In seinen Komödien sind barocke Elemente eher knapp, die Sprache ist meist einfach. Im Gegensatz dazu sind seine philosophischen Dramen und Autos sacramentales feierlich, reich an Adjektiven und Metaphern sowie mit komplizierter Symbolik erfüllt.