Lope de Vega und die Revolution des spanischen Theaters

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Merkmale des spanischen Theaters

Das Theater dieser Zeit zeichnet sich durch eine tiefe Verwurzelung in monarchischer Gesinnung, Ehre, Nationalstolz und Religion aus. Es bietet eine Agilität, die unterhaltsame, interessante, lustige und leidenschaftliche Geschichten schafft.

Die Inszenierung als Schauspiel

Das Werk wird als Schauspiel konzipiert, bei dem die Inszenierung, die Handlung, Tänze, Lieder und die Entwicklung des „Komischen“ im Vordergrund stehen. Dies wird professionell an spezifischen Orten, wie den sogenannten Corrales de Comedias, umgesetzt.

4.3 Erneuerung der Techniken durch Lope de Vega

Lope de Vega beschränkte sich nicht nur auf inhaltliche Aspekte, sondern erneuerte grundlegend die theatralische Technik. Er wandte sich vom griechischen Modell ab. Die technischen Änderungen umfassen:

  • Reduktion der drei Akte: Statt der fünf griechischen Akte (Anfang, Mitte, Ende).
  • Dynamisches Design: Imitation des Lebens durch eine Intrige mit ständigen Wechseln von Ort, Zeit und Szenen.
  • Bruch mit der aristotelischen Einheit: Aufhebung der Einheit von Ort, Zeit und Handlung.
  • Mix der Genres: Verbindung von Tragik und Komik.
  • Metrische Vielfalt: Verwendung von Hendekasyllaben in ernsten Momenten und Achtsilbern für leichtere Themen.
  • Strophenformen: Einsatz von Romanzen, Sonetten, Quartetten und Limericks je nach dramatischem Anspruch.
  • Sprachliche Angemessenheit: Die Charaktere sprechen ihrem Alter und sozialen Status entsprechend.
  • Feste Charakterstruktur: Die Dame, der Dandy, der Knecht, der Bösewicht (mit christlichem Blut) und der König (als Gerechtigkeitsinstanz).
  • Dramatische Konvergenz: Fokus auf Liebe und Ehre.

4.4 Das Thema Ehre und Würde

Lope de Vega macht Ehre und Würde zu den Motoren seines Theaters:

  • Ehre (Honor): Ein Privileg der Adligen, geerbt und basierend auf dem Wert der Vorfahren. Lope gleichsetzte Ehre auch mit dem „Bösewicht“ (sofern er von „reinem Blut“ war).
  • Würde (Honra): Eine persönliche Tugend, die auf der Meinung anderer basiert.

Ehre und Würde waren zentrale Werte; ihr Verlust bedeutete den sozialen Tod und musste durch Rache wiederhergestellt werden.

4.6 Lope de Vega und seine Zeitgenossen

Lope de Vega war äußerst produktiv: Man schätzt sein Werk auf über 1.800 Stücke, von denen etwa 500 erhalten sind. Seine Themen reichten von weltlichen Stoffen (pastoral, historisch, komödiantisch) bis hin zu religiösen Themen (Autos sacramentales).

Wichtige Anhänger und Zeitgenossen:

  • Guillén de Castro: Autor von Las Mocedades del Cid.
  • Juan Ruiz de Alarcón: Autor von La verdad sospechosa.
  • Luis Vélez de Guevara: Autor von Reinar después de morir.
  • Antonio Mira de Amescua: Autor von El esclavo del demonio.

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