Luis de Góngora: Leben, Werk und poetischer Stil
Luis de Góngora: Leben und lyrisches Werk
Das Werk von Luis de Góngora ist rein lyrisch, mit Ausnahme der zwei Komödien: Dr. Kallinos und Die Festigkeit von Isabela. Es sind etwa 100 Briefe erhalten, die interessante biographische Daten sowie literarische Versuche enthalten. Sein lyrisches Werk verbreitete sich sowohl mündlich als auch handschriftlich; ein Manuskript enthält viele seiner Gedichte, wobei die Texte oft mit einem Datum versehen sind.
Die zwei Schaffensphasen
Diese Daten erlauben es, zwei verschiedene Epochen in seinem Schaffen zu unterscheiden:
- Die frühe Phase: Der Dichter schreibt leicht, einfach und volksnah.
- Die späte Phase: Der Schriftsteller wird dunkel und komplex.
Die neue poetische Sprache
Ab 1609 verfolgte er die Absicht, eine neue poetische Sprache durch die Häufung und Intensivierung rhetorischer Mittel zu schaffen. Dies zeigt sich in seinen größten Werken:
- Fabel von Polyphem und Galatea
- Einsamkeit
- Fabel von Pyramus und Thisbe
Das restliche Werk besteht aus etwa 200 Letrillas und Romanzen, 200 Sonetten sowie verschiedenen anderen Kompositionen und dem unvollendeten Gedicht Lobrede auf den Herzog von Lerma.
Themen und Stilfragen
Góngora schöpft aus der früheren poetischen Tradition:
- Liebe: Mit den typischen Klischees der petrarkistischen Literatur.
- Mythologie: Als unerschöpfliche Motivquelle.
- Natur: Als bukolische Ideallandschaft.
Ein besonderes Merkmal ist seine satirisch-burleske Ader. Diese zeigt uns einen raffinierten, sinnlichen Menschen mit scharfer Zunge und spöttischem Geist, der die Schönheit der Welt und seiner eigenen Schöpfungen stets im Blick behält.
Ästhetik und Sprache
Góngora bricht mit den klassischen ästhetischen Prinzipien der Renaissance. Seine Sprache zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Mehrdeutigkeit: Abkehr von der natürlichen Sprache.
- Metaphorik: Ständige Verwendung metaphorischer Ausdrücke, die den direkten Ausdruck verhindern.
- Kontrast und Übertreibung: Eine Tendenz zur Komplexität, um dem Alltag zu entfliehen.