Lungenkrebs: Inzidenz, Risikofaktoren und Klassifikation

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Lungenkrebs: Epidemiologie und Impact

Osteuropa und Nordamerika weisen die höchste Inzidenz für Lungenkrebs auf. Die Erkrankungsrate ist bei Männern um 69 % bis 76 % höher als bei Frauen, wobei die Inzidenz bei Frauen in den letzten Jahren stetig zunimmt. Die 5-Jahres-Überlebensrate ist derzeit sehr gering.

Risikofaktoren

Tabakkonsum: Rauchen ist für 80 % der Todesfälle durch Lungenkrebs bei Männern und 75 % bei Frauen verantwortlich. Zudem sind 17 % der Fälle bei Nichtrauchern und 28 % aller Krebstodesfälle darauf zurückzuführen.

Weitere Risikofaktoren: Asbest, Radon (beruflich oder umweltbedingt), Mangelernährung (Vitamine A, C, E, Beta-Carotin) sowie genetische Faktoren.

Prävention und Kontrolle

Die Kontrolle von Lungenkrebs umfasst:

  • Gesundheitspolitische Maßnahmen
  • Rauchfreie Umgebungen und Werbebeschränkungen
  • Schulische Aufklärung
  • Wirtschaftliche Anreize (Tabaksteuern)
  • Rabatte auf Versicherungspolicen für Nichtraucher
  • Mediale Informationskampagnen
  • Soziale Stigmatisierung des Tabakkonsums

Diagnostik und Bildgebung

Bei der radiologischen Untersuchung (Röntgen-Thorax) muss bei einer sichtbaren Masse eine Differentialdiagnose zum Pseudotumor gestellt werden. Bei Herzinsuffizienz können Flüssigkeitsansammlungen in den Spalten zwischen den Lungenlappen als Pseudotumor imponieren.

Die MRT ist für die Krebsdiagnostik weniger geeignet als das Röntgen-Thorax (Rx Tx), da letzteres sensitiver ist. Die MRT wird primär für Weichteilgewebe eingesetzt. Die Knochenszintigraphie dient als Leitfaden bei Knochenmetastasen und zur Abgrenzung von Knochenschmerzen.

Histologische Klassifikation

80 % aller Lungenkarzinome sind nicht-kleinzellige Lungenkarzinome (NSCLC), unterteilt in:

  • 40 % Adenokarzinome
  • 30 % Plattenepithelkarzinome
  • 18 % kleinzellige Karzinome
  • 15 % großzellige Karzinome

Hinweis: Bei männlichen Rauchern überwiegen Plattenepithelkarzinome, während bei Nichtrauchern und Frauen häufiger Adenokarzinome auftreten.

Symptome

Die häufigsten Symptome sind:

  • Husten (75 %)
  • Gewichtsverlust (50 %)
  • Dyspnoe (40 %)
  • Brustschmerzen (40 %)
  • Bluthusten (35 %)

Weitere Symptome: Muskelschwäche, Anorexie, Pneumonie, Fieber oder Anämie.

WHO-Klassifikation und TNM-Staging

Die WHO unterscheidet verschiedene maligne epitheliale Tumoren, darunter Plattenepithelkarzinome, kleinzellige Karzinome (Oat-Cell-Karzinom) und Adenokarzinome.

TNM-System

  • T (Primärtumor): Von Tx (nicht nachweisbar) bis T4 (Invasion in Mediastinum, Herz, große Gefäße, Trachea, Speiseröhre oder Wirbelkörper).
  • N (Regionale Lymphknoten): Von Nx (nicht beurteilbar) bis N3 (kontralaterale mediastinale/hiläre Lymphknoten oder Skalenus-Lymphknoten).
  • M (Fernmetastasen): M0 (keine Metastasen) oder M1 (vorhandene Metastasen).

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