Das Mächtige Häuflein: Die russische Musikgruppe der Fünf

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Das Mächtige Häuflein: Die Gruppe der Fünf

Die „Gruppe der Fünf“ bestand aus Amateurmusikern, die neben ihren bürgerlichen Berufen außerhalb der Akademie eine Bewegung zur Erneuerung der russischen Musik ins Leben riefen.

César Antonowitsch Cui (1835–1918)

Als Leiter der Gruppe war er zwar als Komponist weniger bekannt, jedoch ein bedeutender Theoretiker. Sein Buch „Die Musik in Russland“ gilt als theoretisches Fundament der gesamten Bewegung.

Mili Alexejewitsch Balakirew (1836/37–1910)

Balakirew war eine fantasievolle und exzentrische Persönlichkeit. Er gründete die „Kostenlose Musikschule“ als Gegenentwurf zum St. Petersburger Konservatorium. Als Schüler Glinkas entwickelte er ein starkes Interesse an spanischer Musik, was sich in Werken wie der „Spanischen Ouvertüre“ und der „Spanischen Serenade“ widerspiegelt. Zu seinen bedeutenden Werken zählt zudem die sinfonische Dichtung „Tausend Jahre“ (über Russland).

Modest Petrowitsch Mussorgski (1839–1881)

Mussorgski war ein begnadeter Orchestrator, dessen Werke oft von anderen vollendet wurden. Seine Musik zeichnete sich durch eine intuitive Inspiration aus, die durch die Verwendung spezieller Intervalle (2., 4., 5. und 6.) als Vorläufer des Impressionismus gilt.

  • Boris Godunow: Oper basierend auf Puschkin, geprägt von Patriotismus und tiefen Emotionen.
  • Chowanschtschina: Eine weitere, unvollendet gebliebene Oper.
  • Bilder einer Ausstellung: Ein Klavierzyklus (später u. a. von Ravel orchestriert), gewidmet dem Maler Hartmann. Die 15 Stücke werden durch das wiederkehrende „Promenade“-Thema verbunden.
  • Eine Nacht auf dem kahlen Berge: Bekanntes sinfonisches Werk.

Alexander Porfirjewitsch Borodin (1833–1887)

Borodin war ein bedeutender Wissenschaftler (Arzt und Chemiker) und Pionier in der Kunststoffforschung. Er wird oft als „russischer Mendelssohn“ bezeichnet. Seine Musik zeichnet sich durch eine reiche Instrumentation und formale Strenge aus.

  • Fürst Igor: Seine bedeutendste Oper.
  • In den Steppen von Zentralasien: Eine sinfonische Dichtung mit ausgeprägtem Polytematismus.
  • Sinfonien: Besonders seine 2. Sinfonie gilt als Meisterwerk; die 3. blieb unvollendet.

Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow (1844–1908)

Er war das umfassendste Mitglied der Gruppe und erlangte nach Tschaikowsky weltweite Bekanntheit. Ursprünglich Marineoffizier, nutzte er seine Reisen, um verschiedene Kulturen und Musikstile kennenzulernen.

  • Professionalisierung: Er lehrte am St. Petersburger Konservatorium und verfasste eine wegweisende Abhandlung über Orchestrierung.
  • Scheherazade (1888): Eine berühmte sinfonische Suite und ein Hauptwerk der Programmmusik.
  • Großes russisches Osterfest: Ein feierliches und prachtvolles Orchesterwerk.

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