Die Malerei des Cinquecento: Meister und Merkmale

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Die Malerei des Cinquecento

Im Cinquecento gewann die farbige Gestaltung gegenüber der bloßen Zeichnung an Bedeutung, was einen deutlichen Unterschied zum Quattrocento darstellt. Die Farbe wird so eingesetzt, dass keine scharfen Konturen entstehen; stattdessen nutzt man das Flimmern (das Chiaroscuro bzw. Hell-Dunkel), welches dem Werk Tiefe, Volumen und Atmosphäre verleiht. Auch die Landschaftsdarstellung wandelt sich: Sie zeigt nicht mehr nur den ewigen Frühling, sondern kann bewölkt, stürmisch oder in der Dämmerung dargestellt sein.

Die großen Meister dieser Zeit

  • Michelangelo: Papst Julius II. beauftragte ihn mit der Ausmalung der Decke der Sixtinischen Kapelle, in der er Szenen aus dem Alten Testament darstellte. In diesen Gemälden wirken seine Figuren robust und besitzen eine starke skulpturale Qualität. Er galt als großer Kolorist, wenn auch – wie man sagt – nicht für lange Zeit. Er verwendet zahlreiche Verkürzungen (dynamische, teils gewaltsame Körperhaltungen) und zeigt eine enorme Kenntnis der Anatomie sowie einen ausgeprägten Sinn für Komposition und Perspektive. Jahre später malte er das Jüngste Gericht, dessen klare Abfolge und Leere bereits deutlich zum Manierismus überleiten.

Die Venezianische Schule

Zu dieser Zeit bildete die Venezianische Schule einen Höhepunkt, stark beeinflusst durch die geografische Lage Venedigs: Als Hafenstadt sind die Konturen oft nicht scharf, sondern verschwimmen in einem atmosphärischen Dunst. Aus diesem Grund wird der Farbe mehr Bedeutung beigemessen als der rein zeichnerischen Kontur; die Farbe selbst bildet die Form. Die Farben sind warm, mit vielen Schattierungen und einer lebendigen, variablen Lichtführung in der Landschaft. Das Ambiente ist luxuriös, da Venedig eine der reichsten Städte Europas war, was sich im Eindruck von Palästen und Säulen widerspiegelt. Als exotische Handelsstadt zeigt sie eine Fülle an Materialien und Schmuck. Großer Wert wird auch auf nebensächliche Details gelegt, die manchmal sogar das Zentrum des Bildes einnehmen.

Herausragende Maler der Venezianischen Schule

  • Tizian: Er zeichnet sich durch weiche Formen bei weiblichen Akten und Landschaften voller Lyrik aus und war ein bedeutender Kolorist. Sein Werk Das Bacchanal ist eine mythologische Schöpfung, die wie ein gesellschaftliches Ereignis wirkt. Als Maler misst er allem, was die Figuren umgibt (Landschaften, Vorhänge etc.), große Bedeutung bei, wie etwa in den Porträts von Kaiser Karl V. Mit zunehmendem Alter entwickelte sich sein Pinselstrich weiter; er wurde gebrochener und weicher, wie in der Dornenkrönung zu sehen ist.
  • Veronese: Er ist der Maler des Luxus, bekannt für große Pfeiler, reiche Ausstattung, Brunnen, kostbare Stoffe und Schmuck. Nacktheit wird oft in Kombination mit Accessoires wie Ohrringen, Halsketten und Armbändern dargestellt, wie in Venus und Adonis. Auch bei religiösen Themen erscheinen zeitgenössische soziale Bewegungen, zum Beispiel in Die Hochzeit zu Kana.
  • Tintoretto: Er entwickelte sich zum Manieristen, erkennbar an seiner Lichtführung (meist dunkel), seinen Kompositionen und den starken Verkürzungen. Sein bekanntestes Werk ist Die Fußwaschung, das durch Anekdoten, Themen und die besondere Lichtsetzung der Szene besticht.

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