Management von Atemwegssekreten und Intubation

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Entfernung von Sekreten

Unser Körper produziert Sekrete in Mindestmengen, die die Atemwege normalerweise nicht behindern. Der Hustenreiz dient dazu, diese zu beseitigen. Manchmal sind wir jedoch nicht in der Lage, sie zu entfernen, weil sie zu zähflüssig sind, in zu großen Mengen auftreten oder der Hustenreflex eingeschränkt ist.

Betroffene Patientengruppen

  • Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen
  • Immobile Patienten
  • Postoperative Patienten
  • Patienten mit neuromuskulären Problemen

Maßnahmen zur Sekretlösung

Flüssigkeitszufuhr

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr verflüssigt das Sekret und erleichtert dessen Abtransport.

Physiotherapie

Verschiedene Verfahren unterstützen die Sekretlösung:

  • Atemübungen: Mehrmals täglich durchführen. Der Patient sitzt mit nach vorne gebeugtem Kopf (alternativ in Rückenlage). Er atmet langsam durch die Nase ein und durch den Mund aus, gefolgt von gezieltem Husten.
  • Incentive-Spirometrie: Einsatz von speziellen Atemtrainern.

Lagerungsdrainage

Durch verschiedene Positionen wird die Schwerkraft genutzt, um den Sekretabfluss zu erleichtern:

  • Die Positionen werden vom Arzt festgelegt (Dauer ca. 10 Minuten).
  • Verwendung von Hilfsmitteln für den Patientenkomfort.
  • Nicht unmittelbar vor oder nach den Mahlzeiten durchführen.

Klatschen (Perkussion)

Durch sanftes, rhythmisches Klopfen auf den Brustkorb (mit schalenförmig geformten Händen) wird das Sekret gelöst:

  • Der Patient atmet tief ein und langsam wieder aus.
  • Die Perkussion erfolgt während der Exspiration.
  • Wichtig: Niemals auf der Wirbelsäule, bei Knochenbrüchen, Wunden oder direkt auf dem Brustbein anwenden.
  • Bei Kindern: Anwendung mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger.

Vibration

Durch Anspannung und Entspannung der Armmuskulatur des Therapeuten werden Vibrationen auf den Brustkorb des Patienten übertragen.

Endotracheale Intubation

Medizinisches Verfahren, bei dem ein Katheter in die Luftröhre eingeführt wird, um die Atemwege für die Zufuhr von Sauerstoff, Medikamenten oder Anästhesie zu sichern. Nach der Intubation wird der Patient an ein Beatmungsgerät angeschlossen.

Indikationen

  • Apnoe
  • Respiratorische Insuffizienz
  • Atemwegsobstruktion

Benötigte Technik

Laryngoskop, Endotrachealtuben, Spritze, Magill-Zange, Absaugvorrichtung, Fixierungsmaterial, intravenöser Zugang und EKG-Überwachung.

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