Martínez: Eigenschaften der poetischen Sprache

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Das Werk von José Antonio Martínez mit dem Titel "Eigenschaften der poetischen Sprache" (1975) verdeutlicht die Position des Strukturalismus in der spanischsprachigen Literatur. Er legt dar, dass die sprachliche Gestaltung in Bezug auf die Verwendung der Sprache auf zwei Wegen erreicht werden kann:

1. Durch Abweichungen (Desvíos)

Abweichungen setzen neue Beziehungen ein, die zu Veränderungen im Ausdruck und Inhalt führen. Zuerst erfolgt eine Zerstörung der üblichen Beziehung (Versatz) und zweitens eine Reduktion der Abweichung, die es ermöglicht, den Text zu interpretieren. Martínez unterscheidet drei Arten von Abweichungen:

  • Kombinatorische Abweichung: Dazu gehört die Metonymie. Beispiel: "Wiehern der Aufzucht" – die reduzierte Expression wäre "das Wiehern der aufgezogenen Pferde". Das Lexem "Pferd" ist in diesem Beispiel präsent; das Wiehern überlagert die Basis des Lexems "Pferd" und ermöglicht so die Interpretation.
  • Metasämische Abweichung: Eine absolute Veränderung der Bedeutungsebene. Beispiel: "Fleischfressendes Messer". Die Basis ist das "Messer", und da dies ein lebloses Objekt ist, wird es durch "fleischfressend" wie ein Lebewesen behandelt (Metapher).
  • Permutationsabweichung: Diese bezieht sich auf jede Form der Verschiebung (Hypallage). Beispiel: "Landete auf meiner gelben Zeit Fotografie".

2. Als Anomalie

Anomalien werden kreativ genutzt. Das bedeutet, dass der Text eine Reihe von Verknüpfungen durch das System bereitstellt, jedoch nicht durch die üblichen Anwendungen. Da sie die semantische Interpretation des Textes nicht blockieren (anders als bei der Abweichung), erfordern sie keine Reduktion. Anomalien werden je nach betroffener sprachlicher Schicht in drei Arten unterteilt:

  • Isotopien des Ausdrucks: Diese zeichnen sich durch das Zusammenspiel bestimmter Einheiten auf der Ausdrucksebene aus. Ein Beispiel sind die Silben-Phonem-Beziehungen in der Alliteration.
  • Isotopien des Inhalts: Sie sind durch die Wiederholung und/oder den Kontrast bestimmter Einheiten auf der Inhaltsebene geprägt. Zum Beispiel das Paradoxon: "Leben, ohne in mir selbst zu leben, und ich hoffe auf ein so hohes Leben..."
  • Symbolische Isotopien: Hier treten die Ausdrucksebene und die Inhaltsebene des Textes in signifikante Korrelationen. Ein Beispiel ist der Chiasmus.

Zudem spricht Martínez von Bildern (Images) bei Abweichungen, die nicht reduzierbar oder interpretierbar sind.

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