Marx: Philosophische Einflüsse und Kritik
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Marx und die antike Philosophie
Marx legte seine Doktorarbeit über Demokrit und Epikur vor. Angesichts des Atheismus Epikurs und seines mutigen Kampfes gegen die Religion sowie des Materialismus und Atomismus, die beide Denker teilten, arbeitete Marx die Unterschiede heraus: Während für Demokrit die materielle Existenz des Atoms ausreichte, untersuchte Epikur auch die Essenz.
Einfluss des deutschen Idealismus
Die Kantische Philosophie hatte einen enormen Einfluss auf den deutschen Idealismus (Hegel, Fichte, Schelling), der die Vernunft als etwas Intimes, Absolutes und Schöpferisches verteidigte. Marx hingegen zielte auf die Transformation der Philosophie und die Revolution der Realität ab.
In Kants Vision der Freiheit und dem kategorischen Imperativ, der den Menschen als Zweck an sich selbst definiert und verbietet, ihn als bloße Sache zu behandeln, fand Marx Inspiration für seine Kritik an der Entfremdung und der wirtschaftlichen Ausbeutung als Form der Vergegenständlichung des Menschen.
Kritik an Hegel und die Dialektik
Marx kritisierte Hegels Dialektik, nach der jede Manifestation des Geistes ihren eigenen Widerspruch erzeugt. Für Marx war Hegel zu weit von der Wirklichkeit entfernt, da alles Materie ist. Es sind die Produktions- und Austauschverhältnisse – die dialektischen Beziehungen der Volkswirtschaften –, die den Lauf der Geschichte bestimmen, nicht die Entwicklung der Idee oder des Geistes.
Die Junghegelianer und Feuerbach
Die linken Hegelianer, vertreten durch Feuerbach, entschieden, dass es die Pflicht des Menschen sei, die Gesellschaft progressiv zu transformieren. Sie kritisierten die Religion und identifizierten Gott mit dem Menschen (atheistische Sichtweise).
Marx stimmte zu, dass der Mensch entfremdet ist, argumentierte jedoch, dass die bloße Abschaffung der Religion den Menschen nicht von der Entfremdung befreien könne. Während Feuerbach den Menschen in Beziehung zur Natur als äußere Realität setzt, betrachtet Marx die Natur als Teil der menschlichen Praxis. Der Mensch findet seine Erfüllung durch die Arbeit, welche die Natur transformiert.
Ökonomische Grundlagen
Marx folgte vor allem Adam Smith und David Ricardo in der Annahme, dass Arbeit der Ursprung des Reichtums ist und dass der kapitalistische Profit aus der unbezahlten Mehrarbeit der Arbeiter resultiert.
Vergleich: Marx und Nietzsche
Im Gegensatz zu Marx' materialistischer Sichtweise, bei der soziale Veränderungen aus der materiellen Basis der Produktionsweise entstehen, sieht Nietzsche die Welt als „Wille zur Macht“ und als Gleichgewicht zwischen aktiven und reaktiven Kräften.
- Wissenschaftskritik: Marx kritisiert die Ideologien, die Entfremdung und Klassenunterschiede legitimieren. Nietzsche kritisiert den Positivismus, da dieser nur quantitative Beziehungen erfasst und nicht in das Wesen der Dinge eindringt.
- Menschenbild: Für Marx ist das Wesen des Menschen die Arbeit und die soziale Beziehung. Für Nietzsche stehen Instinkte, der Körper und das Dionysische im Vordergrund.
- Moral: Während Marx die Klassenstruktur analysiert, unterscheidet Nietzsche zwischen Herren- und Sklavenmoral.