Marxismus, Anarchismus und die Erste Internationale
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Marxismus
Der Marxismus, benannt nach Karl Marx und Friedrich Engels, entwickelte sich aus dem utopischen Sozialismus zum wissenschaftlichen Sozialismus. Er basiert auf drei Säulen:
- Die Analyse des Klassenkampfes.
- Die Kritik am kapitalistischen System.
- Die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Zukunftsprojekts, das die politische Machtübernahme durch die Arbeiterklasse vorsieht.
Anarchismus
Denker wie Pierre-Joseph Proudhon und Michail Bakunin prägten den Anarchismus als libertäre Ideologie. Das Ziel ist eine Gesellschaftsordnung, die auf folgenden Prinzipien basiert:
- Individuelle Freiheit und soziale Solidarität.
- Kritik am Privateigentum.
- Verteidigung des Kollektiveigentums.
- Ablehnung jeglicher hierarchischer Organisation.
Die Methoden zur Überwindung der bürgerlichen Ordnung und zur Erreichung einer klassenlosen Gesellschaft unterschieden sich jedoch stark zwischen den verschiedenen anarchistischen Denkern.
Die Erste Internationale (AIT)
Die Internationale Arbeiterassoziation (AIT) wurde 1864 in London von Delegierten englischer, französischer, italienischer und deutscher Arbeiter sowie Migranten gegründet. Trotz eines gemeinsamen Generalrats führten interne Differenzen ab 1868 zu einem offenen Konflikt zwischen Marx und Bakunin.
Die Pariser Kommune
Die Pariser Kommune war ein Versuch, eine demokratische und soziale Regierung zu etablieren. Sie wurde zum Maßstab für die Arbeiterbewegung durch Reformen wie:
- Verstaatlichung von Kirchengütern.
- Ersetzung der Armee durch Milizen.
- Abschaffung der Polizei.
Der Bruch zwischen Marxisten und Bakuninisten
Die formale Spaltung erfolgte auf dem Kongress von Den Haag. Die Mehrheit der Marxisten ratifizierte die Entscheidung, nationale Arbeiterparteien als neue Organisationsform des Proletariats zu bilden. Die Bakuninisten lehnten dies ab. In der Folge verlor die AIT an Bedeutung, bis sie sich 1876 auflöste.