Marxismus und Anarchismus: Theorien im 19. Jahrhundert

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Marxismus: Die Lehren von Karl Marx und Friedrich Engels

In der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten Karl Marx und Friedrich Engels den Marxismus als Theorie und Maßnahmenprogramm zur Veränderung der Gesellschaft. Dieser wissenschaftliche Sozialismus (Szientismus) umfasst im Wesentlichen drei Bereiche:

Die drei Säulen des Marxismus

  • Analyse der Vergangenheit: Die Geschichte wird maßgeblich durch den Klassenkampf bestimmt.
  • Kritik am Kapitalismus: Diese Analyse des kapitalistischen Systems zeigt auf, dass konstante technologische Innovationen zu ständigen Krisen der Überproduktion führen. Während Großunternehmen gestärkt werden, werden die schwächsten Marktteilnehmer eliminiert. Der Arbeitnehmer erzielt dabei mehr Gewinn (Mehrwert), als er selbst als Entlohnung erhält.
  • Gesellschaftliches Ziel: Die Notwendigkeit zur Überwindung des Systems ist mit der Diktatur des Proletariats, dem Verschwinden aller Klassen und der Schaffung einer egalitären Gesellschaft verbunden.

Anarchismus: Kritik der Autorität und Alternativmodelle

Der Anarchismus übt Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft und schlägt ein alternatives Modell vor, das auf dem Fehlen von Autorität basiert.

Wichtige Vordenker des Anarchismus

Pierre-Joseph Proudhon: Mit seiner These „Eigentum ist Diebstahl“ setzte er sich für ein soziales System ein, das auf Erwerbstätigkeit, Gegenseitigkeit und Zusammenarbeit basiert.

Michail Bakunin: Er spielte eine entscheidende Rolle und argumentierte, dass die Revolution von allen unterdrückten Schichten der Gesellschaft getragen werden müsse. Sie sei das Ergebnis des spontanen Kampfes der Massen gegen die Ausbeutung. Sein Ziel war die Zerstörung des Staates und die Schaffung einer egalitären Gesellschaft durch die freie Vereinigung von Gemeinden als kleinste gesellschaftliche Einheiten.

Verbreitung und libertäre Ideologie

Die Bewegung fand ihre Verbreitung vor allem in der Schweiz, Italien, Belgien und Spanien. Die anarchistischen Vordenker etablierten eine libertäre Ideologie, die Anarchie als Gesellschaftsmodell vorschlägt. Dieses basiert auf:

  • Individueller Freiheit und sozialer Solidarität.
  • Kritik des Privateigentums und Förderung von kollektivem Eigentum (Föderationen).
  • Ablehnung jeder hierarchischen Organisation, der Religion, der Politik und des Staates.

Diese Mittel dienten dazu, die bürgerliche Ordnung zu zerstören und eine klassenlose Gesellschaft zu erreichen, wobei signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen anarchistischen Denkern bestanden.

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