Marxismus und Nietzsche: Philosophie im Vergleich

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Marx

Der Marxismus ist eine Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie, die sich gegen den Idealismus richtet. Er versteht den Menschen als Teil der Natur, der Bedürfnisse hat, die befriedigt werden müssen. Das soziale und kulturelle Leben wird durch die materiellen Bedingungen der Natur bestimmt, in denen der Mensch existiert. Daher handelt es sich um eine materialistische Philosophie.

Historischer Materialismus und Dialektik

Marx schlägt ein Gesetz der historischen und gesellschaftlichen Evolution vor, das als dialektischer Materialismus verstanden wird: Die materiellen bzw. wirtschaftlichen Bedingungen bestimmen das Leben, die Beziehungen und das Denken der Menschen. Die historische und soziale Entwicklung ist dialektisch geprägt: durch den Kampf zwischen Kapitalismus und Proletariat, den sogenannten Klassenkampf.

Arbeit und Entfremdung

Der Mensch definiert sich durch seine Beziehung zur Natur, also durch seine Arbeit. Die Menschen leben jedoch entfremdet, da das Produkt ihrer Arbeit, die Arbeit selbst und deren Vorteile nicht ihnen gehören, sondern den Kapitalisten. Diese ungerechte Ordnung wird durch Religion, Politik und die kapitalistische Kultur – die Ideologie – aufrechterhalten.

Basis und Überbau

Die Produktionsverhältnisse bestimmen die soziale, intellektuelle und moralische Wirklichkeit:

  • Infrastruktur: Die wirtschaftliche und physische Basis.
  • Überbau: Die ideologische Struktur.

Kurz gesagt: Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Die kapitalistische Gesellschaft basiert auf dem Privateigentum, welches die wirtschaftliche Infrastruktur definiert.

Das Ziel: Kommunismus

Die Geschichte strebt danach, das Privateigentum zu beseitigen und die Gleichheit aller Menschen durchzusetzen. Dies gelingt dem Proletariat, das die soziale Struktur und den ideologischen Überbau transformiert. Dies führt zur Diktatur des Proletariats und schließlich zum Kommunismus.

Nietzsche

Friedrich Nietzsche war ein Philologe und Philosoph des Irrationalismus, beeinflusst von der klassischen griechischen Antike, der Romantik und Schopenhauers Philosophie des „Willens zum Leben“.

Wille zur Macht

Seine Philosophie ist eine Bejahung des Lebens. Die Wirklichkeit ist der Wille zur Macht, definiert durch Instinkt, Intuition und schöpferische Kraft.

Kritik an der westlichen Vernunft

Diese Auffassung der Wirklichkeit kollidiert mit der westlichen Vorstellung des 19. Jahrhunderts, die Wissenschaft, Philosophie und Religion als absolute Werte betrachtet. Die Vernunft wird hier als Gegenspieler zum Leben, zur Spontaneität und zum Wandel gesehen.

Nihilismus und Umwertung

Nach Nietzsche ist die bisherige Moral eine Verzerrung und ein Rückschritt: Dies führt zum „Tod Gottes“ und zum Nihilismus. Wir benötigen eine „Umwertung der Werte“: Die dekadenten Werte müssen gelöscht und neue geschaffen werden. Dies kann nur der Übermensch leisten – der Schöpfer neuer Werte und einer „Herrenmoral“, der das Leben als einzig wahre Realität akzeptiert.

Ewige Wiederkunft

Alles Geschehen findet in der ewigen Wiederkunft statt, welche die lineare Zeitvorstellung überwindet und den Weg für den Übermenschen bereitet.

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