Das Mausoleum des Theoderich und Elfenbeinkunst

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Das Mausoleum des Theoderich

Das Mausoleum ist den Ostgoten zuzuordnen, die ihre Traditionen zwar nicht direkt mitbrachten, aber in Ravenna adaptierten. Das Dach ist der größte Monolith, der jemals als Kuppel verwendet wurde. Er hat einen Durchmesser von 10,73 m an seiner Basis, ist ca. 1 m dick und wiegt 300 Tonnen.

Es besitzt eine Art Anker, Klammern oder Ringe, auf denen die Namen der vier Evangelisten und acht Apostel eingraviert sind – eine spätere Ergänzung. Auch das Kreuz, das die Kuppel krönt, ist eine spätere Hinzufügung, ebenso wie die Umwandlung in die Kirche Santa Maria della Rotonda.

Transport und Konstruktion

Wie wurde dieser Monolith aus Dalmatien transportiert? Es wird vermutet, dass er auf einem Floß entlang der Küste befördert wurde. Die einzige Möglichkeit, ihn auf das Denkmal zu heben, bestand darin, eine schiefe Ebene zu errichten. Das Installationssystem könnte darin bestanden haben, den Bereich mit Sand zu füllen, um den Monolithen langsam auf das Bauwerk abzusenken.

Innenraum und Ausstattung

  • Innenraum: Die Jakobsmuscheln wurden erst später hinzugefügt.
  • Porphyrsarkophag: Er stammt aus dem 4. oder 5. Jahrhundert. Solche Sarkophage, oft mit Putten oder Löwenprotomen verziert, wurden häufig in römischen Bädern gefunden. Das Grab wurde vor der Ankunft der Byzantiner geplündert.

Ursprünglich befand sich auf der Kuppel vermutlich eine große zentrale Scheibe mit einem grün lackierten Kreuz auf rotem Grund. Die Tür war aus Bronze, da ein solches Gebäude nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war.

Interpretation

Trotz der technischen Herausforderungen sollte der Bau als germanische Entsprechung zu den antiken Tumuli (Steinhügeln) verstanden werden – eine Versteinerung des alten Brauchs, Verstorbene unter großen Steinhaufen zu bestatten.

Elfenbeinkunst in Ravenna

In Ravenna gab es eine bedeutende Werkstatt für die Herstellung von konsularischen Diptychen aus Elfenbein. Ein bekanntes Beispiel ist das Murano-Diptychon (spätes 5. bis frühes 6. Jahrhundert), das in der Nähe von Murano gefunden wurde.

Funktion und Aufbau

Diptychen bestanden aus zwei klappbaren Tafeln mit einer Aussparung, in die Wachs gefüllt wurde. Mit einem Stilus wurde in das Wachs geschrieben; das andere Ende des Stilus diente als Spatel zum Glätten. Die äußeren Flächen waren mit Reliefs verziert.

Das Murano-Diptychon wird oft als Brieftasche bezeichnet, diente jedoch vermutlich als Buchdeckel für ein Evangelium. Es besteht aus fünf Stücken, die um ein zentrales Element angeordnet sind.

Ikonographie

Die Darstellung zeigt kaiserliche Ikonographie, die in einen christlichen Kontext übersetzt wurde:

  • Lorbeerkranz: Unterstützt von zwei Engeln (ehemals Siegesgöttinnen), die die Krone Christi halten.
  • Erzengel: Michael und Gabriel sind an den Seiten mit Kreuz und Globus dargestellt.
  • Zentrum: Unter einer Jakobsmuschel (ein Zeichen der Würde) thront ein bartloser Christus, flankiert von Petrus, Paulus und zwei weiteren Aposteln.
  • Weitere Szenen: Darunter sind die drei Hebräer im Feuerofen dargestellt. Auf den seitlichen Tafeln finden sich Zyklen aus dem öffentlichen Leben Jesu, wobei Christus stets mit dem Kreuz dargestellt wird.

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