Medien und Zensur während der Franco-Diktatur in Spanien

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Die Medien während der Franco-Diktatur: Zensur und Kontrolle

Während der Franco-Diktatur gab es keine Pressefreiheit. Diese Einschränkungen blieben bis 1977 bestehen, lange nach der Ära, in der das Fernsehen durch nackte Frauen und die Filme von Fernando Esteso und José Luis López Vázquez geprägt war.

Staatliche Kontrolle und Propaganda

  • 1937: Gründung der Delegación del Estado para Prensa y Propaganda.
  • 1938: Ramón Serrano Suñer erließ ein Pressegesetz, das bis 1966 in Kraft blieb. Alle Medien, ob öffentlich oder privat, mussten die Anweisungen des Staates befolgen.
  • 1939: Einführung des offiziellen Journalistenregisters (Franco erhielt die Lizenznummer 1) und Gründung der Nachrichtenagentur EFE als staatliches Monopol.
  • 1941: Gründung der Escuela Oficial de Periodismo.
  • 1942: Gründung des Servicio Español de Auscultación de la Opinión Pública.

Der „NO-DO“ und die Zensur

Im Jahr 1942 wurde der Noticiario Documental (NO-DO) eingeführt. Jeder 10-minütige Film musste bis 1975 vor jedem Kinofilm in Spanien gezeigt werden. Er diente der Verbreitung staatlicher Propaganda.

Jeder Text musste die Zensur passieren. Es war verboten, Inhalte zu veröffentlichen, die das Ansehen der Nation, der Armee oder der Regierung schädigen könnten. Themen wie Gewalt im Fußball oder ausländische Musik waren zeitweise untersagt, während die Reden des „Caudillo“ obligatorisch waren.

Reformen und Medienlandschaft

1951: Reorganisation der Informationspolitik durch das Ministerio de Información y Turismo.

1966: Das „Ley de Prensa“ (Pressegesetz) unter Manuel Fraga lockerte die Zensur im Zuge der wirtschaftlichen Öffnung der 1960er Jahre, auch wenn Beschlagnahmungen weiterhin vorkamen.

Staatliche und private Medien

Bis 1975 war der Staat der größte Medienbesitzer (49 Radiosender, EFE, Editorial Nacional und das spanische Fernsehen). Zu den wichtigsten privaten Gruppen gehörten:

  • Editorial Católica (u.a. Ya)
  • Prensa Española (ABC)
  • Grupo Godó (La Vanguardia)
  • Bilbao Editorial (El Correo Español-El Pueblo Vasco)

Satire und Unterhaltung

Trotz der Zensur bewahrten einige Publikationen eine gewisse Unabhängigkeit, wie die 1941 gegründete Humorzeitschrift La Codorniz. Zu den Mitarbeitern zählten Mingote, Chumy Chúmez, Jardiel Poncela und Ramón Gómez de la Serna. Später folgten satirische Magazine wie Hermano Lobo, El Papus und Por Favor.

Radio und Fernsehen

Ab 1956 übertraf das Radio durch die Verbreitung des Transistors die Tagespresse. Bekannte Sendungen waren El consultorio de Elena Francis oder Ama Rosa. In den 1960er Jahren wurde das Fernsehen zum Leitmedium mit Programmen wie Estudio 1, Historias para no dormir, den Dokumentationen von Félix Rodríguez de la Fuente und Los Chiripitifláuticos.

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