Medizinische Probenahme: Nasen-, Rachen-, Sputum- & Erbrechen
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1. Probenahme von Nasenausfluss
Die Probenahme erfolgt durch das vorsichtige Einführen eines sterilen Tupfers durch die Nasenlöcher bis zum Nasopharynx unter sanfter Rotation. Anschließend wird der Tupfer in ein ordnungsgemäß gekennzeichnetes Transportröhrchen gelegt und an das Labor gesendet.
2. Probenahme von Rachensekret
Der sterile Tupfer wird mit den Tonsillen, dem Rachen und anderen betroffenen Bereichen in Kontakt gebracht, ohne dabei die Zunge oder die Wangenschleimhaut zu berühren. Zur Erleichterung dieses Manövers kann ein Spatel verwendet werden. Nach der Probenahme wird der Tupfer in das Transportgefäß gegeben, etikettiert und an das Labor geschickt.
3. Sputum: Definition und Analyse
Sputum ist das durch Husten aus den Tracheobronchialwegen beförderte Sekret. Das Ziel der Sputumprobe ist die Diagnose bronchopulmonaler Pathologien. Die Analyse umfasst:
- Makroskopische Untersuchung: Farbe, Volumen, Konsistenz und Geruch.
- Mikroskopische Untersuchung: Bestimmung der zytologischen und mikrobiologischen Elemente.
4. Klassifikation von Sputum (Teil 1)
Basierend auf dem Aussehen und den enthaltenen Elementen wird Sputum wie folgt eingeteilt:
- Schleimig
- Eitrig und schleimig-eitrig
- Serös
- Blutig (Hämoptysen)
Schleimig: Hoher Schleimanteil, weißliche Farbe, sehr klebrig.
Schleimig-eitrig und eitrig: Besteht primär aus Eiter und Schleim, gelblich-grüne Farbe.
5. Klassifikation von Sputum (Teil 2)
Seröses Sputum: Erscheint weiß oder rosa, ist reichlich vorhanden und von geringer Konsistenz.
Hämoptysen (Blutsturz): Enthält Blutstreifen oder ist offen blutig, was auf eine Blutung in den unteren Atemwegen hindeutet.
6. Sputumgewinnung: Ressourcen
Es ist ratsam, die Probe am frühen Morgen zu entnehmen, da sich über Nacht die größte Menge an Sekret angesammelt hat. Für eine mikrobiologische Studie sollten Proben an drei aufeinanderfolgenden Tagen gesammelt werden.
Benötigte Ressourcen:
- Sterile, ordnungsgemäß gekennzeichnete Behälter.
- Spezifisches Material und Absauganlage für unkooperative Patienten (bewusstlos oder tracheostomiert).
7. Protokoll zur Sputumgewinnung
Vor der Probenahme sollte der Mund ausgespült werden, um eine Kontamination zu verhindern. Bitten Sie den Patienten, zwei- bis dreimal tief durchzuatmen und beim letzten Atemzug kräftig zu husten, um das Sekret zu lösen. Bei Schwierigkeiten können physiotherapeutische Maßnahmen, Kochsalzsprays oder Drainage angewendet werden. Die Probe wird direkt in den sterilen Behälter abgegeben, verschlossen, etikettiert und an das Labor gesendet.
8. Definition von Erbrechen
Erbrechen ist die plötzliche Ausweisung von Mageninhalt durch den Mund. Es handelt sich um einen Reflex, der durch die Stimulation des Brechzentrums in der Medulla oblongata ausgelöst wird. Dies führt zu einer Kontraktion der Pylorusregion und einer Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters.
9. Klassifikation von Erbrechen nach Inhalt
- Nahrungsreste: Unverdaute Speisereste.
- Wässrig: Enthält Magensaft.
- Biliös: Enthält Galle.
- Hämatemesis (Blut): Blut aus Speiseröhre oder Magen. Verdautes Blut erscheint dunkel, ähnlich wie Kaffeesatz.
- Sonstige: In Ausnahmefällen eitrig oder fäkal (fecaloid).
10. Klassifikation nach Entstehungsmechanismus
- Direktes (gastrisches) Erbrechen: Betrifft Magen und Zwölffingerdarm; verursacht durch funktionelle oder organische Störungen.
- Indirektes (reflektorisches) Erbrechen: Verursacht durch Pathologien außerhalb des Magen-Darm-Trakts.
11. Probengewinnung bei Erbrechen
Bei bewussten Patienten wird die Technik erklärt (ggf. mechanische Reizung von Uvula und Rachen). Die Probe wird in einem sterilen Behälter gesammelt. Die Analyse hilft bei der Diagnose von anatomisch-funktionellen Veränderungen des Verdauungssystems oder dem Nachweis von Blut, Medikamenten, Toxinen oder Krankheitserregern.