Meister der Renaissance: Raffael, Leonardo und Botticelli

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Raffael: Der Inbegriff des Cinquecento

Raffael (Urbino 1483–1520) begann seine Laufbahn früh; der frühe Tod seines Vaters zwang ihn zur Selbstständigkeit. Sein erstes bedeutendes Werk war 1504 Die Vermählung der Jungfrau. Er entwickelte sich durch Einflüsse von Piero della Francesca und Leonardo da Vinci weiter. Nach Aufenthalten in Venedig und Rom kehrte er nach Florenz zurück, wo er vier Jahre lang die Werke von Leonardo da Vinci und Michelangelo studierte.

Im Jahr 1508 ging er nach Rom, um die päpstlichen Gemächer für Julius II. auszugestalten, wo unter anderem die Schule von Athen entstand. Unter Leo X. malte er den Brand im Borgo. Nach dem Tod von Bramante im Jahr 1514 wurde Raffael als Architekt tätig und zum Baumeister der Fabbrica di San Pietro ernannt. Sein früher Tod verhinderte jedoch die Umsetzung seiner Entwürfe. Raffael gilt als höchster Ausdruck des humanistischen Ideals und des Gleichgewichts im Cinquecento.

Leonardo da Vinci: Universalgenie der Renaissance

Leonardo da Vinci (Florenz/Amboise 1452–1519) begann seine Ausbildung in der Werkstatt von Verrocchio. Mit 20 Jahren wurde er als Maler in die Lukasgilde aufgenommen. Später schuf er Werke wie die Madonna in der Felsengrotte. Sein Wirken beschränkte sich nicht nur auf die Kunst; er war ein Mann der Wissenschaft und Erfahrung. In Mailand stand er im Dienst von Ludovico il Moro, wo er die Dame mit dem Hermelin und das berühmte Abendmahl schuf.

Nach 1499 arbeitete er unter anderem als Militäringenieur für Cesare Borgia. Im Jahr 1503 malte er in Florenz die Mona Lisa. Leonardo revolutionierte die Malerei durch zwei neue Perspektivsysteme:

  • Lineare Perspektive: Er erkannte, dass die natürliche Sichtweise Dinge verzerrt.
  • Luftperspektive (Sfumato): Das Verwischen von Farben, um die Flüchtigkeit der Natur einzufangen.

Sandro Botticelli: Platonische Idealisierung

Sandro Botticelli (1445–1510) verkörpert die platonische Idealisierung der Renaissance. Als Anhänger des Neoplatonismus am Hof der Medici entwickelte er eine mystische, ästhetische Malerei. Seine Werke zeichnen sich durch zarte, feine Linien, tänzerische Rhythmen und kristalline Töne aus. Er wurde in der Werkstatt von Fra Filippo Lippi ausgebildet. Während Botticelli als das letzte große Genie des Quattrocento gilt, markiert Leonardo den Beginn des Cinquecento.

Donatello: Realismus in der Skulptur

Donatello war ein Mann des Volkes, der sein Handwerk in verschiedenen Werkstätten erlernte, bevor er in den Kreis um Ghiberti eintrat. Er war ein enger Freund von Brunelleschi, obwohl sie aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammten. Während Brunelleschi zur geistigen Idealisierung neigte, zeichnete sich Donatellos Stil durch einen dramatischen und tiefen Realismus aus.

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