Meister der Wiener Klassik: Mozart, Haydn und Gluck
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Mozart und die Entwicklung der Oper
Wolfgang Amadeus Mozart gilt als einer der größten Komponisten in der Geschichte der Oper. Bereits im Alter von 12 Jahren komponierte er zwei Werke (Bastien und Bastienne sowie La finta semplice); diese waren zwar schön, aber noch nicht vollends repräsentativ, da Mozart die Texte in ihrer Tiefe noch nicht ganz durchdrang. Ab der Oper Die Entführung aus dem Serail lassen sich seine Werke nicht mehr eindeutig einer einzelnen Gattung zuordnen, da sie vielfältige Merkmale vereinen. In seinen reifen Werken zeigte er die Fähigkeit, jedes menschliche Gefühl musikalisch zu erklären. Ein besonderes Merkmal ist die Dualität zwischen Ernsthaftigkeit und Komik oder Frivolität. Weitere bedeutende Werke waren:
- Le nozze di Figaro (Die Hochzeit des Figaro)
- Don Giovanni
- Die Zauberflöte (sein letztes zu Lebzeiten uraufgeführtes Bühnenwerk)
Haydn und das Oratorium
Gegen Ende seines Lebens widmete sich Joseph Haydn verstärkt dem Oratorium, einer Gattung, in der zuvor Komponisten wie Georg Friedrich Händel Maßstäbe gesetzt hatten. Die Idee, Oratorien zu schreiben, kam ihm während seiner Aufenthalte in England, bedingt durch die dort herrschende Tradition. Zu seinem Repertoire gehören bedeutende Werke wie:
- Die Schöpfung
- Die Jahreszeiten
- Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
- Das unvollendete Oratorium Das Jüngste Gericht
Haydn in England und die Beziehung zu Mozart
Bei seiner Ankunft in England stellte Haydn fest, dass er dort bereits sehr berühmt war, obwohl er zuvor nie dort gewesen war. Ihm wurde sogar die Ehrendoktorwürde (Dr. honoris causa) der Universität Oxford verliehen. Während seiner Zeit in England komponierte er die 12 Londoner Symphonien. Haydn und Mozart kannten sich gut und waren enge Freunde; sie bewunderten und respektierten einander ohne Neid. Haydn blieb in seinem Stil stets klassischer als Mozart, welcher – wäre er nicht so früh verstorben – ein Wegbereiter der Romantik hätte werden können. Zudem begegnete Haydn dem jungen Beethoven, den er ein Jahr lang unterrichtete.
Gluck und die Reform der Oper
Christoph Willibald Gluck stammte aus einer einfachen Familie, heiratete jedoch eine der reichsten Frauen Wiens und wurde vom Papst zum Ritter geschlagen. Er führte maßgebliche Innovationen in der Musik ein: Die Musik dient bei ihm der Handlung und dem Ausdruck der Ereignisse. Er charakterisierte Situationen und Charaktere musikalisch präzise. Es erfolgte eine Abkehr von der starren Da-capo-Arie hin zu Strophenliedern oder durchkomponierten Szenen. Der Chor nimmt bei ihm aktiv am Geschehen teil, und auch Ballett sowie Ouvertüre sind fest in die Handlung integriert. Diese grundlegenden Änderungen traten erstmals in der Oper Orfeo ed Euridice (Orpheus und Euridice) hervor.
Zentrale Merkmale der Klassik
Die Epoche der Klassik umfasst etwa die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts und korrespondiert mit dem Klassizismus in der bildenden Kunst. Zu den hervorstechenden Merkmalen gehören:
- Bezugnahme auf die griechisch-römische Ästhetik (Ordnung und Maß).
- Nachahmung der Natur sowie eine Tendenz zur Einfachheit der Form und Klarheit der Linienführung.
- Der Basso continuo verschwindet.
- Die Sonatenhauptsatzform wird perfektioniert.
- Die Musik wirkt sehr natürlich; die Instrumentalmusik dominiert gegenüber der Vokalmusik.
- Fokus auf die Grundlagen der modernen Orchestrierung und eine starke Weiterentwicklung der Instrumentenbehandlung.