Meisterwerke der Renaissance: Michelangelo und Tizian

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Michelangelo und die Sixtinische Kapelle

Das berühmteste Werk ist die Decke der Sixtinischen Kapelle, die ab 1508 entstand. Durch eine optische Anhebung der Decke schuf er eine Architektur aus großen Pilastern; dazwischen befanden sich gemalte Figuren von Sibyllen und Propheten. Er malte die Vorfahren des Erlösers und unterteilte den rechteckigen Raum im Zentrum in neun Abschnitte, in denen die Schöpfung und der Sündenfall des Menschen, wie in der Genesis beschrieben, erzählt werden.

Das Jüngste Gericht

Ein Vierteljahrhundert später endete das Werk mit dem Epilog des Jüngsten Gerichts. In der Mitte teilt ein jugendlicher Christus in der Haltung eines Richters die Komposition in zwei Hälften: Auf der einen Seite steigen die Auserwählten zum Himmel auf, unterstützt von Engeln, und auf der linken Seite stürzen die Verdammten in die Hölle, wo Charon mit seinem Boot auf sie wartet. Papst Paul III. drängte ihn zudem, die Cappella Paolina zu schmücken; dies wurde sein letztes malerisches Werk als alter Mann.

Die venezianische Schule: Tizian

Florenz und Venedig vertreten gegensätzliche malerische Tendenzen. Florenz ist die Hauptstadt der Zeichnung, während das sinnliche Venedig die Hauptstadt der Farbe ist. Tizian, der Meister der venezianischen Schule, arbeitet mit warmen Farbtönen, Weiß und intensivem Blau. Sein Verdienst liegt jedoch nicht nur in der Helligkeit, sondern auch darin, den Geist seiner römischen Zeitgenossen zu synthetisieren.

Werdegang und offizielle Ernennungen

Er bildete sich zusammen mit dem Maler Giorgione aus, bei dem die Figuren durch die Farbe mit der Landschaft verschmelzen. Im Jahr 1508 dekorierten die beiden das Fresko des Fondaco dei Tedeschi. Im Jahr 1516 wurde er zum offiziellen Maler der Republik ernannt; er stellte die Dogen dar und wirkte an ikonografischen Programmen mit, die das Image der Stadt priesen.

Meisterwerke und Porträtkunst

Er malte sein erstes Meisterwerk: Die Himmelfahrt der Jungfrau (Assunta). Dabei verlieh er dem Klassizismus kolossale Figuren und unterteilte die Komposition in drei Ebenen, wobei Maria in eine goldene Wolke gehüllt ist. Mit dem Porträt von Karl V. in Bologna begann eine lange künstlerische Zusammenarbeit im Dienste der spanischen Monarchie, die 1533 mit seiner Ernennung zum Hofmaler gekrönt wurde. Im Reiterbildnis Karls V. nach der Schlacht bei Mühlberg stellt er den Mythos der Macht dar. Diese Formel verbindet er mit vollem Naturalismus in der Gruppe von Papst Paul III. und seinen Neffen. Hier dominiert die Farbe Rot, und er zeigt die Gefühle der drei Charaktere: den Herrschaftswillen des Papstes sowie die Kriecherei und Beherrschung von Octavio und Alessandro.

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