Der menschliche Geist: Kognition, Sprache und Philosophie
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Der menschliche Geist als Informationsprozessor
In Bezug auf das Funktionieren des menschlichen Geistes ist nach Miller zu verstehen, dass dieser ein Informationsprozessor ist (er empfängt, speichert und verarbeitet Daten und Informationen); der Mensch fungiert hierbei als ein „Reporter“. Wie verarbeitet der Mensch Informationen? Mentale Zustände sind darstellende Tatsachen. Diese Zustände haben eine Bedeutung als Repräsentationen. Wenn wir eine Überzeugung haben (etwa, dass etwas falsch ist), besteht eine Beziehung zwischen uns und den Dingen, über die wir diese Überzeugung hegen.
Bewusstsein bei Descartes und Freud
Descartes identifiziert sich selbst mit dem Geist und dem Bewusstsein. Deshalb lag die Geburtsstunde der Psychologie im Jahre 1879 darin, dass der Geist als Bewusstsein geführt wurde. Der Unterschied und die Bedeutung des Beitrags von Freud waren für eine revolutionäre Psychologie entscheidend. Descartes sieht, dass alles, was man sieht oder hört, falsch sein könnte, und dass es ein höheres Wesen (einen „bösen Geist“) geben könnte, das uns betrügt; daher umschließt der Zweifel alles, was existiert. Bei dieser Argumentation ist es jedoch notwendig zu akzeptieren, dass wir denken; um diese Argumentation führen zu können, müssen wir „etwas“ sein. „Ich denke, also bin ich“: Descartes versteht unter dem Geist bzw. der Seele (nicht nur) ein Bewusstsein. Im 20. Jahrhundert behauptete Freuds Theorie, dass Descartes falsch lag, da es mentale Prozesse gibt, die der Introspektion (nach Descartes) nicht zugänglich sind.
Das Problem der Realität und anderer Geister
Das andere Problem: Die Lösung, die Descartes vorschlägt, ist, dass nichts sicher real ist, außer der Tatsache, dass wir existieren, weil wir diese Argumentation führen. Ein weiteres Problem ergibt sich daraus: Wir können sicher sein, dass wir existieren, aber wie wissen wir, dass andere existieren und dass diese anderen ebenfalls real sind? Dies ist ein zentraler Punkt des Realitätsproblems.
Die Einzigartigkeit der menschlichen Sprache
Sprache: Der Mensch ist ein Tier, unterscheidet sich jedoch vom Rest der Tierwelt. Eines der Unterscheidungsmerkmale ist die Sprache, die ein hohes Maß an Kommunikation erlaubt. (Einige Tiere, wie Delfine, besitzen ebenfalls eine Sprache, aber das Niveau der Kommunikation, das erreicht werden kann, ist sehr viel niedriger.) Es gibt drei Eigenschaften, welche die menschliche Sprache charakterisieren:
- Produktivität: Dies bezieht sich auf das Verständnis in Zusammenhängen. Wir sind in der Lage, Sprache zu verstehen, auch wenn es eine Kombination von Gedanken oder eine besondere Form des Ausdrucks ist, die wir noch nie zuvor gefühlt oder gehört haben. Produktivität bezieht sich nicht nur auf das Verständnis von Gedanken, sondern auch auf die Produktion des Ausdrucks.
Die menschliche Sprache hat zwei grundlegende Funktionen:
- Verständnis (Input): Die Aufnahme von Informationen.
- Produktion (Output): Die Erschaffung von Äußerungen.
Kompositionalität und Systematizität
Kompositionalität: Sprachen weisen Ähnlichkeiten auf, die verschiedene Erscheinungsformen erlauben: Sie entsprechen den Kreationen, mit denen wir uns ausdrücken wollen. Alle Sprachen haben verschiedene Zeichen und Worte, aber um eine Sprache zu verstehen, genügt es nicht, nur die Worte zu kennen; man muss auch die Art und Weise ihrer Verknüpfung kennen. Die Sprache gilt als positional, was bedeutet, dass sie aus Worten gebildet wird, die nach bestimmten Merkmalen sortiert sind. Manchmal kann man die Teile tauschen, aber nicht alle Sortierungsmöglichkeiten sind gültig.
- Systematizität
Das Leib-Seele-Problem
Gegenstand des Studiums der Psychologie ist das Funktionieren des menschlichen Geistes sowie das beobachtbare Verhalten. Geist und Gehirn sind nicht dasselbe, aber ohne das Gehirn scheint der Geist keinen Sinn zu ergeben. Das Gehirn ist ein Organ des Körpers, aber was ist der Geist? Wie ist die Beziehung zwischen Gehirn und Geist beschaffen, sofern es eine gibt? Die materialistische These besagt, dass alle Wirklichkeit materiell ist und dass die Realität das ist, was wir als Überzeugungen prüfen. Geist und Gehirn sind im Sinne der ontologischen These identisch. In der erkenntnistheoretischen Fragestellung stellt sich jedoch die Frage, ob Geist und Gehirn dasselbe sind. Wenn man erkenntnistheoretisch davon ausgeht, dass Geist und Gehirn das Gleiche bedeuten, müssen sie dennoch von der gleichen Überzeugung unterschieden werden. Es scheint, dass die Gesetze, die den Geist regeln, nicht identisch mit denen sind, die das Gehirn regieren. Körper und Geist gehören zusammen. Die Beziehung wurde aus zwei Perspektiven betrachtet:
- Ontologisch: Der Wunsch, einen Kaffee zu trinken, ist in meinem Geist und in meinem Gehirn identisch.
- Erkenntnistheoretisch: Die Erkenntnisse über die Funktionsweise des Gehirns und des Geistes sind nicht identisch.