Merkmale der barocken und spanischen Skulptur

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Merkmale der Skulptur

  • Der Triumph des Realismus: Eine Form des Ausdrucks, die auf spezifischen und individuellen Realismus abzielt, jedoch ohne formale Strenge. Je nach Trend kann es sich um heroischen, natürlichen oder idealisierten Realismus handeln.
  • Theatralische Sprache: Bombastisch, dynamisch und ausdrucksstark. Ziel ist es, durch Emotionen zu beeindrucken, zu bewegen oder zu überreden.
    • Interesse am Ausdruck von Gefühlen und Leidenschaften in gesteigerter, theatralischer und dramatischer Form.
    • Dynamik: Die Figuren nehmen instabile, offene Positionen ein und projizieren Bewegung nach außen. Diagonale Kompositionen sind maßgebend, Gewänder wirken geschwollen und wellenförmig.
  • Bildhafte Vorstellung: Fokus auf visuelle Werte, Helldunkel-Effekte (Chiaroscuro) und die Verschmelzung der Figur mit der Umgebung durch Licht und Bewegung.
  • Bildhauerische Materialien und Techniken:
    • Sowohl Rundplastiken als auch Reliefs sind verbreitet.
    • Verwendung vielfältiger Materialien (Marmor, Stein, Bronze und Holz).
    • Hohe technische Perfektion und Virtuosität.
    • Dienst an der Architektur: Die Skulptur unterstreicht das architektonische Gesamtwerk.
    • Themenvielfalt: Religiöse Themen nehmen aufgrund der geistigen Exaltation in der katholischen Welt einen prominenten Platz ein (Martyrium, Wunder, Mystik, Apotheose der Heiligen). Zudem gibt es mythologische, allegorische Themen und die Entwicklung des Porträts.

Merkmale der spanischen Skulptur

Das Goldene Zeitalter der Kunst in Spanien zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  • Religiöser Fokus: Die Kirche ist der wichtigste Auftraggeber und Förderer, was der Skulptur einen propagandistischen Zweck verleiht.
  • Verständliche und sensorische Sprache: Gefühle werden durch einen Triumph des Realismus und theatralischen Expressionismus verkörpert. Die Bilder wirken natürlich, glaubwürdig und neigen zu einer gesteigerten Darstellung von Leidenschaften. Das Gefühl dominiert über die Vernunft. Das Streben nach Realismus führte sogar zur Verwendung von nicht-authentischen Elementen (z. B. echtes Haar oder Glasaugen).
  • Religiöse Themen:
    • Darstellung der Heiligen zur Vermittlung asketischer und mystischer Visionen unter Einbeziehung neuer Ikonographie.
    • Große Entwicklung des Themas der Unbefleckten Empfängnis.
  • Material: Überwiegend wird polychromes Holz verwendet, was die realistische und expressive Wirkung erleichtert.
  • Skulpturale Genres:
    • Retablos: Tragen zur Bereicherung und Ehre der Tempel bei.
    • Verbreitung von freistehenden Kultbildern.
    • Entstehung eines neuen Genres: Die Prozessionsskulptur (die „Pasos“ der Osterwoche).
  • Wichtige Schulen:
    • Die kastilische Schule (z. B. Gregorio Fernández).
    • Die andalusische Schule (z. B. Martínez Montañés).

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