Merkmale und Meisterwerke der Barockarchitektur

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Architektur des Barock

Das barocke Gebäude ist als Geometrie eines einzigen Blocks konzipiert, der als integriertes Ganzes fungiert – sei es elliptisch, oval oder komplex. Charakteristisch sind geschwungene Linien und Flächen, wellige Wände, Gebälk und Mauerwerk, die den Betrachter in Bewegung versetzen.

Stilistische Merkmale

  • Ordnung: Die traditionellen fünf Säulenordnungen werden durch eine Riesenordnung ergänzt, die durch Ausgelassenheit und Phantasie bereichert wird.
  • Elemente: Verwendung von Schriftrollen, Voluten (scroll-förmige Stützen) und mixtilinearen Ovalbögen (Kombination aus geraden und gebogenen Teilen).
  • Gewölbe: Tonnengewölbe und feine architektonische Dekorationen verstärken den Eindruck von Bewegung.
  • Lichtdramaturgie: Heftige Hell-Dunkel-Kontraste (Chiaroscuro) lenken den Blick und dramatisieren die Atmosphäre.
  • Optische Tricks: Einsatz von Scheinmaterialien (Marmorimitation durch Gips), Spiegeln zur Perspektivveränderung und Reflexionen durch Wasser.

Gian Lorenzo Bernini

Bernini legte die Prinzipien der italienischen Barockarchitektur fest, die den Machtwillen der Kirche widerspiegelten. Die Gegenreformation suchte einen neuen Zugang zu den Gläubigen, was zu einer bühnenartigen Architektur führte.

Die Kolonnade von St. Peter zeigt die Highlights des Barock: Funktionalität, Symbolik und landschaftliche Charakterisierung. Sie fungiert als Verbindung zwischen der Basilika und der Stadt. Die elliptischen Arme der Kolonnade reagieren auf das Konzept einer offenen, dynamischen Architektur. Die freistehenden Säulen erzeugen ein starkes architektonisches Helldunkel.

Francesco Borromini

San Carlo alle Quattro Fontane war das erste exklusive Projekt von Francesco Borromini. Das Grundstück war aufgrund seiner geringen Größe und der Ecklage äußerst kompliziert. Borrominis Baustil war geprägt von einer gequälten Technik, der kühnen Verschmelzung von Architektur und Skulptur sowie der ständigen Suche nach dem Besonderen. Er nutzte konkave und konvexe Flächen, um Bewegung zu erzeugen, und setzte Perspektiven ein, um den Raum bewusst zu verkleinern statt zu vergrößern.

Typologie und urbane Architektur

  • Kirchen: Repräsentanten der kirchlichen Macht.
  • Paläste: Repräsentanten der weltlichen Macht. Das Schloss Versailles ist das repräsentativste Beispiel des französischen Grand Siècle. Es setzte mit seiner offenen Planung und der Balance zwischen Innenräumen und Gartenanlagen den Standard für europäische Paläste.

Ludwig XIV., der Sonnenkönig, nutzte Plätze, Alleen und monumentale Brunnenanlagen, um die Stadt zu artikulieren. Die Schlossgärten integrieren Architektur, Skulptur und Wasser zu einem Gesamtkunstwerk.

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