Merkmale und Modelle des Wohlfahrtsstaates erklärt
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Merkmale des Wohlfahrtsstaates
- Interventionismus in der Wirtschaft: Kontrolle von 40 bis 50 % des BIP.
- Arbeitsmarktpolitik: Förderung der Vollbeschäftigung durch Regulierung von Arbeitssicherheit, Hygiene und Mindestlohn.
- Tarifverhandlungen: Der Staat fungiert als Vorsitzender.
- Soziale Sicherheit: Absicherung der gesamten Bevölkerung.
- Konsumförderung: Stimulierung der Wirtschaft und Schaffung von Arbeitsplätzen.
- Lebensstandard: Garantie eines Mindestlebensstandards, auch für Randgruppen.
- Subventionen: Unterstützung in den Bereichen Bildung, Kultur und Währungspolitik.
- Fiskalpolitik: Aktive Intervention durch Geld- und Fiskalpolitik.
Welfare-State-Modelle
A) Sozialdemokratisches (skandinavisches) Modell
- Finanzierung: Aus dem allgemeinen Steueraufkommen.
- Leistungen: Hochwertige, universelle soziale Dienste und großzügige finanzielle Vorteile.
- Marktanteil: Minimal; Fokus auf Umverteilung und Chancengleichheit.
- Soziale Programme: Umfassend, gut finanziert und für die gesamte Bevölkerung zugänglich.
- Familienpolitik: Aggressive Unterstützung durch Mutterschafts-/Vaterschaftsurlaub und Kinderbetreuung; hohe Geburtenrate.
- Arbeitsmarkt: Schwache Regulierung bei Entlassungen, aber hohe Arbeitslosenunterstützung und aktive Beschäftigungspolitik.
B) Kontinentales (korporatistisches) Modell
- Struktur: Rechte basieren auf sozialer Schicht und Status.
- Subsidiarität: Der Staat greift nur ein, wenn die Familie die Sozialhilfe nicht leisten kann.
- Umverteilung: Begrenzt; soziale Programme hängen oft vom früheren Einkommen ab (z. B. Renten, Arbeitslosengeld).
- Qualität: Öffentliche Dienste sind oft nicht erstklassig, weshalb die Oberschicht häufig private Anbieter nutzt.
- Arbeitsmarkt: Strenge Regulierung zum Schutz der Arbeitnehmer; Fokus auf Umschulung.
- Beispiele: Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich, Italien und Spanien.
C) Liberales Modell
- Marktfokus: Der Markt ist das zentrale Element der Sozialstruktur.
- Staatliche Rolle: Begrenzte Intervention; Umverteilung ist ein sekundäres Ziel.
- Sozialleistungen: Fokus auf Bedürftigkeitsprüfungen; Leistungen sind oft bescheiden und zeitlich begrenzt.
- Gesundheitswesen: Weitgehend privatisiert, mit öffentlichen Programmen nur für Rentner und einkommensschwache Gruppen.