Mesopotamische Kunst: Architektur, Schrift und Skulptur
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Die mesopotamische Kunst und die Geburt der Schrift
Die Keilschrift sumerischen Ursprungs entstand um 3100 v. Chr. Mit ihr begann der auf Tauschhandel basierende Handel und die Entstehung der ersten Städte. Zu den bedeutenden Errungenschaften zählen die Währung, das Rad, die ersten Gesetze von König Hammurabi sowie frühe astronomische Untersuchungen. Das sexagesimale System (Sechzigersystem), das auf dem Mondzyklus basiert und heute noch für die Einteilung von Monaten, Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden genutzt wird, sowie der Pflug sind weitere wichtige Erfindungen. Die Mythologie basierte auf der umgebenden Natur; ein Glaube an ein Leben nach dem Tod existierte nicht.
Architektur: Adobe, Ziegel und Zikkurate
Als Materialien dienten Adobe (Luftziegel), gebrannter Ziegel und glasierter Ton. Neben dem Sturzsystem wurden auch Bogen und Gewölbe verwendet. In Assyrien entstand die Monumentalarchitektur mit den charakteristischen Zikkuraten (Stufentürmen). Diese Tempel, typisch für Mesopotamien, bestanden aus übereinanderliegenden Terrassen und symbolisierten die Vereinigung von Himmel und Erde. Gekrönt wurden sie von einem Tempel, in dem die Theologie und der Hohepriester ihren Platz hatten. Alabasterartiger Kalkstein, typisch für Assyrien, wurde für dekorative Zwecke wie Schnitzereien und Skulpturen genutzt, oft im Wechsel mit Friesen aus glasierten Ziegeln. Der Zugang erfolgte über Rampen oder zentrale Treppen.
Paläste: Diese wurden auf mehrere Meter hohen Terrassen errichtet. Innerhalb eines Komplexes konnten ein Palast und mehrere Tempel gebaut werden. Ein bedeutendes Beispiel ist der Palast von Khorsabad.
Die Entwicklung der mesopotamischen Skulptur
Im Gegensatz zur ägyptischen Kunst war die mesopotamische Skulptur nicht für die Unsterblichkeit bestimmt. Die Werke sind oft rundplastisch und kleinformatig. Die menschliche Figur basiert auf geometrischen Formen wie Zylindern oder Kegeln. Merkmale sind eine pyramidale Nase, ein kleiner Mund sowie symmetrisches Haar in Frontalansicht. Reliefs wurden mittels Zylindersiegeln auf nassen Tontafeln erstellt, was die Produktion identischer Serien ermöglichte.
- Sumerische Periode: Kleine Figuren mit eckigen Profilen, bartlos und kahlköpfig, die Hände meist vor der Brust gefaltet.
- Akkadische Periode: Statuetten mit Bart und Haar. Es entstanden Gedenkstelen, die den Sieg eines Königs in der Schlacht und das Eingreifen der Götter darstellten.
- Neo-sumerische Periode: Skulpturen sitzender Betender im sumerischen Mantel.
- Babylonische Zeit: Die Stele des Hammurabi aus Basalt, auf der sein Kodex eingeschrieben ist und der König in Gebetshaltung dargestellt wird.
- Assyrische Zeit: Geflügelte Stiere oder Genien, die zum Schutz der Stadt erschienen.
Dekorative Glasurziegel und Farbigkeit
Aus glasiertem Ton gefertigte Ziegel dienten der Fassadenverzierung für alle Arten von Gebäuden. Die abwechslungsreiche Polychromie basierte auf Gelb-, Ocker- und Blautönen. Das primäre Ziel war es, politischen und religiösen Gebäuden mehr Luxus zu verleihen. Die Themen umfassten geometrische Muster und Fabelwesen mit symbolischem Charakter. Die Perser perfektionierten diese Kunst später.