Metaphysik und die Frage nach der Realität

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Bedeutende Philosophen und ihre Metaphysik

Thomas von Aquin: Glaube und Vernunft

Thomas von Aquin erklärt die Realität anhand von zwei Grundprinzipien: der Existenz eines Schöpfergottes und der Notwendigkeit, den christlichen Glauben mit der Vernunft zu vereinen. Er betont, dass diese Erklärung im Einklang mit der göttlichen Offenbarung steht. Er hebt die Distanz zwischen Gott und der Kreatur hervor, basierend auf dem Unterschied zwischen Wesen und Existenz. Während alle geschaffenen Wesen keine inhärente Notwendigkeit zu existieren haben, ist Gott das Wesen, dessen Existenz und Essenz eins sind. Daher rührt die Existenz aller Dinge zwangsläufig aus dem kreativen Handeln Gottes her.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Vernunft und Geist

Hegel baute seine Metaphysik um zwei zentrale Konzepte auf:
1) Vernunft: Der höchste Wert der Wirklichkeit und ihre wahre Natur; alles Wirkliche ist vernünftig.
2) Geist: Das zentrale Thema bei Hegel. Die Vernunft ist seine wichtigste Eigenschaft. Der Geist entfaltet sich in objektiven und subjektiven sowie in partikulären und universellen Aspekten. Er steht im Dienst der Humanität und drückt sich im Laufe der Geschichte aus.

Immanuel Kant: Kritik der Metaphysik

Beeinflusst durch die Wissenschaft und Physik, nimmt Kant Humes philosophische Kritik an der gesamten Metaphysik auf. Er argumentiert, dass Wissen ohne Erfahrung illusionär ist. Kant kommt zu dem Schluss, dass alles Wissen eine Mischung aus Sinneserfahrungen und den Daten ist, die unser Verstand durch Kategorien und Formen strukturiert.

Karl Marx: Materialismus und Arbeit

Marx kritisiert Hegels Idealismus und argumentiert, dass die fundamentale Wirklichkeit nicht Vernunft und Bewusstsein, sondern Materie und Natur sind. Dies führt ihn zur Kritik der kapitalistischen Gesellschaft und zur Analyse der Beziehung des Menschen zur Materie. Er betrachtet die Arbeit als das Wesen des Menschen, durch die er sich selbst und seine eigene Natur erschafft.

Friedrich Nietzsche: Der Übermensch

Nietzsche (im Originaltext als 'Metsch' bezeichnet) behauptet, dass ein authentisches Leben den Instinkten folgen muss und kontinuierlich neue Werte schafft. Er lässt die rationalen und moralischen Codes der alten Metaphysik hinter sich und verteidigt die Idee eines neuen Menschen, des Übermenschen. Dieser ist geistig überlegen, lebensbejahend und sieht das Leben als höchsten Wert an.

Positivismus: Wissenschaftliche Beobachtung

Der Positivismus bezieht sich in der Soziologie auf positive Entwicklungen. Phänomene sollten durch Beobachtung studiert und Gesetze zur Regelung ihrer Beziehungen festgelegt werden. Er lehnt die Metaphysik als Wissenschaft ab und vertritt die These, dass nur die Philosophie der Wissenschaft zulässig ist, sofern sie auf überprüfbaren Erfahrungen basiert.

Ludwig Wittgenstein: Analyse der Sprache

Die Philosophie Wittgensteins reduziert sich auf eine Analyse der Sprache. Er vertritt die Auffassung, dass die Aufgabe der Philosophie darin besteht, Sprache zu klären und die in Gedanken ausgedrückten Probleme zu adressieren. Hierfür nutzt er zwei Funktionen:
1) Revisionistische Funktion: Eine Überprüfung aller philosophischen Aussagen.
2) Deskriptive Funktion: Das Ziehen von Grenzen für den Gebrauch der Sprache.

Platon: Der Dualismus der Welten

Platon vertritt eine dualistische Metaphysik mit zwei Arten der Realität:
a) Materielle Welt: Die Welt der physischen Dinge, die durch die Sinne wahrgenommen wird.
b) Immaterielle Welt: Die Welt der Essenzen oder Ideen.
Die materielle Welt ist nur ein Schatten oder eine Kopie der Welt der Ideen. Wahres Wissen ist die Kenntnis dieser ewigen Ideen.

Atomismus: Das Grundprinzip

Der Atomismus sieht Atome als das geschaffene Grundprinzip der Realität an.

Was ist Wirklichkeit?

Gegenwärtige Auffassungen erklären die Realität oft nicht vollständig und werfen neue Rätsel auf. Nicht alle Probleme können durch die Wissenschaft gelöst werden, insbesondere die fundamentale Frage: Was ist Realität? Es gibt verschiedene Wege, die Bedeutung von Realität zu verstehen. Gefühle, Hoffnungen und Wünsche sind für den Menschen ebenso real wie materielle Dinge.

Philosophische Positionen zur äußeren Realität

  • Realismus des gesunden Menschenverstandes: Es gibt eine reale Welt außerhalb von uns, die durch die Sinne erfahren und durch die Wissenschaft analysiert wird. Dies ist die gängigste Position, doch gibt es Ausnahmen: Unsere Sinne können uns täuschen und ein unzuverlässiges Bild der Außenwelt liefern.
  • Idealismus: Wenn wir die reale Welt analysieren, haben wir nur Zugriff auf unsere Ideen über die Welt. Daher existieren für uns primär unsere Vorstellungen der äußeren Welt.
  • Phänomenalismus: Es ist nicht möglich, ein allgemeines Bild der Welt zu liefern. Die reale Welt besteht aus den Phänomenen der sinnlichen Wahrnehmungen, die wir haben.

Die klassische Metaphysik

Aristoteles sprach von der „Ersten Philosophie“, die sich dem Studium der ersten Prinzipien und Ursachen der Wirklichkeit widmet. Die klassische Metaphysik wurde oft mit der Philosophie und Wissenschaft identifiziert und besaß folgende Eigenschaften:
1) Sie war ein abstraktes Wissen, da sie nach den gemeinsamen Elementen der Realität suchte und eine allgemeine Sichtweise über spezifische Themen hinaus einnahm.
2) Sie war rational und logisch fundiert, basierend auf zwei Prinzipien:
- Satz vom Widerspruch: Ein Objekt kann eine Eigenschaft nicht gleichzeitig haben und nicht haben.
- Satz vom ausgeschlossenen Dritten: Ein Objekt hat entweder eine Eigenschaft oder nicht, ein Drittes gibt es nicht.

Merkmale der metaphysischen Haltung

  • Suche nach Grundsätzen: Analyse der ersten Prinzipien, von denen alles andere abgeleitet ist.
  • Radikales Denken: Versuch, das Wesen konkreter Dinge zu finden.
  • Anspruch auf Totalität: Überwindung der Unterschiede einzelner Dinge zugunsten einer umfassenden Weltsicht.
  • Bezug zur menschlichen Wirklichkeit: Alle Probleme werden auf das Universum des Menschen bezogen. Beim Versuch, die Realität zu verstehen, versucht der Mensch, sich selbst und den Sinn seiner Existenz zu verstehen.

Aristoteles: Substanz, Potenz und Akt

Aristoteles stellt die essenzielle Substanz in den Mittelpunkt. Die Frage nach dem Sein der Wirklichkeit ist die Frage nach der Substanz eines jeden Dinges. Seine Theorie enthält zwei wichtige Begriffe:
1) Potenz (Macht): Was sein kann, aber noch nicht ist.
2) Akt: Was tatsächlich bereits existiert.
Aristoteles sprach zudem von einer ewigen ersten Substanz, dem ersten unbewegten Beweger, der später mit dem christlichen Gott identifiziert wurde und die primäre Ursache für Bewegung und Veränderung in der Welt ist.

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