Methoden der empirischen Sozialforschung: Ein Leitfaden

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Nachteile verschiedener Befragungsarten

  • Schriftlich: Nur Personen erreichbar, deren Adresse bekannt ist; Erfolgsquoten von nur 5 bis 30 %; Fragenumfang limitiert; weniger repräsentativ; keine Kontrolle der Reihenfolge der Fragebeantwortung.
  • Mündlich: Hohe Kosten; Interviewer-Effekt.
  • Telefonisch: Durch Anonymität des Interviewers und fehlenden Sichtkontakt Einschränkung der Befragungsthemen bei Verwendung von Hilfsmitteln.
  • Online: Geringe Rücklaufquoten; oftmals unzureichende Information über die Grundgesamtheit; Repräsentativität eingeschränkt; keine Kontrolle der Ausfüllsituation.

Stichproben

  • Stichprobe: Ein verkleinertes, aber wirklichkeitsgetreues Abbild der Gesamtheit, das in der Verteilung aller untersuchungsrelevanten Merkmale der Gesamtmasse entspricht.
  • Einfache Zufallsauswahl: Die Elemente der Stichprobe werden unmittelbar aus der vollständigen Grundgesamtheit gezogen.
  • Weitere Zufallsauswahl: Sonderformen wie geschichtete Auswahl (proportional oder disproportional) und Klumpenauswahl.
  • Verfahren der bewussten Auswahl: Quotenauswahl, Konzentrationsprinzip und typische Auswahl.

Stichprobenumfang

Skalenniveau von Messungen

  1. Nominal: Die Rangwerte zweier Untersuchungseinheiten sind identisch oder nicht identisch (z. B. Geschlecht: A=A oder A≠B).
  2. Ordinal: Messwerte lassen sich auf einer Merkmaldimension als kleiner, größer oder gleich einordnen (z. B. Windstärke: A > B > C).
  3. Intervall: Abstände sind angebbar (z. B. Temperatur in °C: A > B > C und A-B = B-C).
  4. Ratio: Neben der Abstandsbestimmung ist auch ein Messwertverhältnis berechenbar (z. B. Jahresumsatz: A = x * B).

Auswertungsmöglichkeiten hinsichtlich des Skalenniveaus

Drei Skalentypen

  • Rating-Skala: Wertung zu einer bestimmten Merkmalsdimension in numerischer, verbaler und graphischer Form (z. B. 1 = schlecht bis 5 = gut).
  • Verfahren der Indexbildung: Merkmalsdimensionen werden zu einem Index zusammengeführt (z. B. Image, Qualität).
  • Eindimensionale Skalierung: Objektivierung der Fremdeinstufung durch statistische Methoden bei der Skalenkonstruktion (z. B. Likert-Skala: Mehrere Statements zu einem Einstellungsobjekt werden durchgehend positiv oder negativ formuliert).

Panel-Untersuchung

Untersuchungen, die bei einem gleichbleibenden Kreis von Untersuchungseinheiten in zeitlichen Abständen wiederholt zum gleichen Untersuchungsgegenstand durchgeführt werden.

Probleme bei Panel-Untersuchungen

  • Auswahl: Schwierige Rekrutierung der Teilnehmer.
  • Panel-Sterblichkeit: Ausfall von Panel-Teilnehmern.
  • Alterung: Keine Aussagen über jüngere Generationen in der Grundgesamtheit möglich.
  • Panel-Erstarrung: Entwicklung von sozialdemografischen Merkmalen.
  • Panel-Ermüdung: Nicht alle Teilnehmer beantworten regelmäßig die Befragungen.
  • Panel-Effekt: Veränderung des Verhaltens der Panel-Teilnehmer durch die Teilnahme.

Statistische Auswertungsverfahren

  • Dependenz- vs. Interdependenzanalysen:
    • Dependenzanalysen: Einseitige Abhängigkeit (Multiple Regressionsanalyse, Multiple Varianzanalyse, Multiple Diskriminanzanalyse, Baumanalyse).
    • Interdependenzanalysen: Gegenseitige Abhängigkeit (Clusteranalyse, Faktorenanalyse, Conjoint Measurement).
  • Faktorenanalyse: Reduziert die Komplexität bei einer hohen Anzahl von Variablen.

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