Michaels Leben nach dem Prozess und die Kassetten für Hanna

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Michaels Werdegang und Privatleben

Nach dem Prozess zieht Michael sich zurück und lernt viel. Trotzdem wird er gefragt, ob er mit anderen Studenten Skifahren möchte. Er willigt ein. In dem Urlaub wird er krank. Danach beendet er sein Studium und wird Referendar.

Während des Skiurlaubs lernte Michael Gertrud kennen. Er heiratet sie. Die beiden bekommen eine Tochter, die sie Julia nennen, lassen sich allerdings scheiden, als diese fünf ist. Nach Gertrud baut Michael keine lang anhaltende Beziehung mehr auf.

Die Beerdigung des Professors

Der Professor des KZ-Seminars stirbt. Michael möchte zuerst nicht zu der Beerdigung gehen, tut es dann aber doch. Auf dem Friedhof unterhält er sich mit einem ehemaligen Seminarteilnehmer. Als dieser ihn nach Hanna fragt, lenkt Michael vom Thema ab. Am Ende der Beerdigung fragt der Seminarteilnehmer noch mal, und Michael rennt weg und springt in die Straßenbahn.

Berufliche Neuorientierung und die Kassetten

Michael tut sich mit der Wahl seiner Arbeitsstelle schwer. Er will weder Richter, Verteidiger noch Anwalt werden und nimmt schließlich einen Job als Rechtshistoriker an. Er liest die Odyssee, die er als Kind sehr geliebt hat, wieder.

Michael beginnt, Bücher auf Kassetten vorzulesen. Diese schickt er an Hanna ins Gefängnis. Später schreibt er auch selber Texte. Auch diese liest er auf Kassetten und schickt sie Hanna. Er spricht nie etwas Persönliches auf das Band, nur den Text und den Autor.

Hannas Briefe und die Alphabetisierung

Nach vier Jahren Kontakt mit Hanna bekommt Michael den ersten Brief von ihr: Dankesworte über die vielen Kassetten, die sie von ihm erhält. Hanna hatte Schreiben gelernt und schreibt Michael nun Briefe. Sie lässt sich über die Literatur aus, oft sind diese Kommentare sehr genau. Sie erkennt Epochen, unterscheidet ältere Literatur von neuerer oder versteht auch, was die Autoren bewegt – möglicherweise eine Frau oder dass Goethes Gedichte wie kleine Bilder sind. Michael bewundert ebenfalls Hannas Mut, den sie gehabt hat, Lesen und Schreiben zu lernen. Er hebt alle ihre Briefe auf und beobachtet auch die Wandlung der Schrift. Von ihrer anfänglichen Kinderschrift werden die Buchstaben immer ordentlicher und schöner. Dennoch schreibt er ihr nie. Die Kassetten sind seine Art, mit Hanna zu reden.

Die bevorstehende Entlassung

Doch dann bekommt Michael einen Brief der Gefängnisleitung. Sie schreibt ihm, dass Hanna im nächsten Jahr möglicherweise vor einen Gnadenausschuss kommen könnte und, sofern ein Gnadenerlass stattfindet, nach 18 Jahren Haft entlassen werden könnte. Die Gefängnisleitung bittet ihn, sich um Hanna zu kümmern. Er sucht ihr eine Wohnung bei Freunden und findet auch einen Job in einer Schneiderei für sie. Doch die Bitte, Hanna im Gefängnis zu besuchen, erfüllt Michael nicht, denn er drückt sich davor. Anschließend erhält er einen Anruf der Gefängnisleitung: „In einer Woche wird Hanna entlassen.“

Das Wiedersehen im Gefängnis

Es ist Sonntag und Michael besucht Hanna im Gefängnis. Sie sitzen im Gefängnisgarten auf einer Bank. Hanna hat graue Haare und Falten. Sie trägt ein hellblaues Kleid. Sie sitzen nebeneinander und Michael erinnert sich an Hannas Duft. Wie sie roch, als sie arbeitete, sie miteinander schliefen, sie sich wusch oder ihr Schweiß. Ebenfalls erinnert er sich, wie sie damals aussah, aber alles, was er jetzt von ihr sieht und riecht, ist eine alte Frau. Michael sagt ihr, wie er sie dafür bewundert, dass sie Lesen und Schreiben gelernt hat, und bedankt sich für die Briefe. Er erzählt ihr auch von seiner geschiedenen Ehe und seiner Tochter. Auch reden sie über damals, warum sie ihm niemals etwas sagte, und sie erklärt ihm, dass sie ohnehin niemand verstehen würde. Michael sitzt neben ihr, wird aber das Gefühl nicht los: „Alles wirkt falsch.“

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