Migration in Spanien: Geschichte, Phasen und Folgen
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Migration: Definition und Arten der Binnenmigration
Migrationen sind Bewegungen der Bevölkerung im Raum. Man unterscheidet zwischen Auswanderung (Emigration) und Einwanderung (Immigration) sowie der Ankunft im Zielgebiet.
Formen der Migration
- Saisonale oder temporäre Migration: Diese Wanderungen erfolgen meist für landwirtschaftliche Arbeiten in anderen ländlichen Gebieten zu bestimmten Zeiten des Jahres.
- Landflucht: Menschen ziehen aus ländlichen Gebieten (vor allem aus dem Norden) in die Städte auf der Suche nach Arbeit, höherem Einkommen, besserer Gesundheitsversorgung, Kultur und Freizeitangeboten.
Etappen der Landflucht im 20. Jahrhundert
- Erstes Drittel des 20. Jahrhunderts: Große Armut auf dem Land führt zur Mechanisierung und ersten Abwanderungswellen.
- Bürgerkrieg und Nachkriegszeit: Stagnation und Förderung der ländlichen Beständigkeit durch den Franquismus.
- 1950 bis 1975: Verstärkter Anstieg der Landflucht durch Bevölkerungswachstum und die Krise der traditionellen Landwirtschaft.
- Nach 1975: Rückgang der Landflucht infolge der schweren Industriekrise.
- Aktuell: Wanderungssalden konzentrieren sich vor allem auf die Mittelmeerküste.
Folgen der Binnenmigration
- Demografisch: Verursacht Ungleichgewichte in der Bevölkerungsverteilung.
- Ökonomisch: Erhöhte Ressourcenkonzentration in städtischen Gebieten.
- Sozial: Probleme bei der Anpassung an eine riesige städtische Umwelt für Menschen aus ländlichen Gebieten.
- Kulturell/Ökologisch: Ganze Ökosysteme wurden aufgegeben und verschlechterten sich durch die Entvölkerung.
Aktuelle Trends der internen Mobilität
Heutzutage gibt es verstärkt Migrationen zwischen Kommunen (interurban) sowie innerhalb der eigenen Provinz oder Gemeinschaft. Die Ursachen sind meist wohnungs- oder industriebedingt. Zudem gibt es eine Rückkehr aufs Land (Rückwanderung in ländliche Gemeinden) sowie Pendelbewegungen für Arbeit oder Freizeit.
Dies führt jedoch auch zu Problemen wie der Überalterung in ländlichen Gebieten, demografischen Ungleichgewichten und Verkehrsproblemen in den Zufahrten zu Großstädten.
Außenmigration: Die transozeanische Auswanderung
Hierbei handelt es sich um Bewegungen außerhalb des Landes, insbesondere in Richtung Lateinamerika, USA usw.
Phasen der Auswanderung
- Boom-Phase: Umfasst die Zeit bis zum Ersten Weltkrieg. Die Mehrheit der Auswanderer stammte aus den atlantischen Regionen Spaniens mit Zielen wie Kuba oder Brasilien. Das Profil war überwiegend männlich und in der Landwirtschaft tätig.
- Rückgang: Die Auswanderung sank aufgrund der Unsicherheit durch den Ersten Weltkrieg, der Weltwirtschaftskrise von 1929 sowie des Spanischen Bürgerkriegs und der Nachkriegszeit.
- 1945 bis 1960: Eine Phase der Erholung der Auswanderungszahlen.
- Ab 1960: Die Auswanderung ging aufgrund der Konkurrenz innerhalb Europas zurück.
Folgen der Außenmigration
- Positiv: Das starke natürliche Bevölkerungswachstum wurde abgefedert und die Arbeitslosigkeit sank.
- Negativ: Viele Ersparnisse wurden nicht in Produktionsanlagen investiert.
- Sozial: In den Herkunftsgebieten kam es zu Entwurzelung und schwierigen Lebensbedingungen.
Aktuelle Einwanderung und ihre Konsequenzen
Die Ursachen für die heutige Einwanderung nach Spanien sind vielfältig:
- Rentner aus der EU: Diese schätzen die guten klimatischen Bedingungen, insbesondere an der Küste.
- Wirtschaftliche Migranten: Menschen, die aufgrund von Ressourcenmangel, fehlender Arbeit oder politischen Gründen migrieren.
Demografische und ökonomische Auswirkungen
- Demografie: Einwanderer sorgen für eine jüngere demografische Struktur.
- Wirtschaft: Während einige Einwanderer als Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt sehen, helfen sie tatsächlich dabei, die Alterung der spanischen Bevölkerung und den Rückgang der Erwerbsbevölkerung in der Zukunft abzumildern.