Migrationsbewegungen: Ursachen, Formen und Folgen
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Migrationsbewegungen
Migration bezeichnet die Bewegung von Menschen im Raum. Die Nettozuwanderung kann dabei positiv oder negativ sein.
1. Die Binnenwanderung
Dies ist die Wanderung innerhalb der Landesgrenzen. Man unterscheidet:
- Vorübergehende Wanderung: Zeitlich begrenzt, oft für landwirtschaftliche Arbeiten (z. B. Wanderimkerei).
- Landflucht: Die massive Verschiebung der Landbevölkerung in die Städte.
Phasen der Landflucht in Spanien
- Mitte 19. Jh. bis zum Bürgerkrieg: Verzögerte Industrialisierung; massiver Zustrom von Bauern in die Städte.
- 1936 bis 1959: Der Bürgerkrieg und die Nachkriegszeit bremsten die Landflucht. Der Stabilisierungsplan von 1959 beendete die Autarkie.
- Wirtschaftskrise und Stabilisierung: Die Landflucht erreichte ein nie gekanntes Ausmaß. Betroffene Regionen waren Galicien, Aragonien, Kastilien und León, Kastilien-La Mancha sowie Andalusien. Zentren der Anziehung waren das Baskenland, Katalonien und Madrid.
- 1975 bis heute: Die Ölkrise von 1973 führte zu Arbeitslosigkeit und stoppte die Landflucht.
Aktuelle Migrationsformen
- Wohnmigration: Motiviert durch hohe Immobilienpreise in Großstädten.
- Pendelmigration: Tägliche Verdrängung der Bevölkerung vom Wohnort zum Arbeitsplatz.
- Arbeitsmigration: Austausch zwischen wirtschaftlich dynamischen und stagnierenden Regionen.
- Freizeitmigration: Nutzung von Zweitwohnsitzen in Küsten- oder Bergregionen.
- Neorruralismus: Menschen verlassen das urbane Leben, um aufs Land zu ziehen.
Folgen der Migration
- Demografie: Veränderung der biologischen Struktur und der Geburten- sowie Sterberaten.
- Wirtschaft: Akzentuierung der wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Herkunfts- und Zielgebieten.
- Soziales: Homogenisierung von Lebensstilen und Werten.
- Umwelt: Probleme durch Verkehrsüberlastung, Abfall und Druck auf Küstenregionen.
2. Externe Migration
Dies beinhaltet das Verlassen des Landes. Hauptziele waren Afrika, Nordamerika und Westeuropa.
- Nach Amerika: Von Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1939 dominierten Männer (Ziel: Argentinien, Kuba, Brasilien). Nach 1960 kamen Migranten vor allem aus Galicien, Asturien und den Kanaren.
- Nach Europa: Zwischen den 1950er und 1973 Jahren gab es eine große Auswanderungswelle nach Frankreich, in die Schweiz und nach Deutschland. Nach 1973 führte die Rezession zu einem Rückgang.
3. Einwanderung in Spanien
Spanien hat sich von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland gewandelt. Die ausländische Bevölkerung erhält entweder die spanische Staatsbürgerschaft oder eine Aufenthaltserlaubnis. Die Regionen mit der höchsten ausländischen Bevölkerung sind Katalonien, Madrid und Valencia.
Folgen: Einwanderung trägt zum Bevölkerungswachstum bei und füllt Lücken auf dem Arbeitsmarkt, wobei viele Einwanderer in der Schattenwirtschaft oder in schlecht bezahlten Jobs tätig sind.