Miguel de Cervantes: Leben und literarisches Werk

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Miguel de Cervantes: Literarisches Schaffen

1. Die Poesie

Cervantes' poetisches Werk, insbesondere Die Reise zum Parnass, umfasst ein langes Gedicht in Terzinen, das aus acht Kapiteln und über dreitausend Versen besteht. Der Autor nutzt hier eine fiktive Versammlung von Dichtern, die von Apollo selbst geleitet wird, um literarische Urteile und Bewertungen über zeitgenössische Schriftsteller sowie sein eigenes Werk zu fällen. Cervantes war sich bewusst, dass sein Schreibstil sich von den großen Dichtern seiner Zeit unterschied.

2. Das Theater

Cervantes erzielte als Dramatiker wechselhafte Erfolge. Das Auftreten von Lope de Vega ließ das Theater von Cervantes zeitweise in den Hintergrund treten. Sein dramatisches Werk lässt sich in zwei Perioden unterteilen:

  • Anfänge: Die Tragödie Die Belagerung von Numantia.
  • Zweite Periode: Komödien wie Die Bäder von Algier und Die tapfere Spanierin.

Besonders hervorzuheben sind seine Vorspiele (Entremeses), wie Das Altarbild der Wunder oder Das Ehescheidungsgericht. Diese kurzen, meist in Prosa verfassten Stücke zeugen von seinem Witz, Humor und seiner scharfen sozialen Satire. Einige Stücke thematisieren zudem das Schicksal von Gefangenen.

3. Der Roman

Im Bereich des Romans entfaltete Cervantes sein gesamtes Genie. Neben seinem Meisterwerk Don Quijote kultivierte er verschiedene Erzählweisen:

  • Die Galatea: Ein pastoraler Roman in sechs Büchern, der eine idealisierte Landschaft, romantische Enttäuschungen und raffinierte Hirten darstellt. Er enthält zudem den Gesang der Calliope, in dem Cervantes zeitgenössische Schriftsteller würdigt.
  • Die Novelas ejemplares: Eine Sammlung von zwölf Erzählungen, die eine große Themenvielfalt abdecken:

Themen der Novelas ejemplares:

  • Untreue und Eifersucht (Der eifersüchtige Extremadurer)
  • Liebe (Das Zigeunermädchen, Die berühmte Köchin)
  • Die Schärfe des Wahnsinns (Der Lizentiat Vidriera)
  • Kritik an Charakteren und sozialen Sitten (Das Kolloquium der Hunde)
  • Der Schelmenroman (Rinconete und Cortadillo)

In diesen Romanen zeigt Cervantes die Reife seines Handwerks und seine Meisterschaft in der Erzählkunst.

4. Die Leiden des Persiles und der Sigismunda

Dieses Werk folgt dem Modus des byzantinischen Romans mit Elementen wie Fantasie, Liebe, Abenteuer und Gefahr. Sein Stil ist elegant, harmonisch und sorgfältig ausgearbeitet. Es wurde erst nach dem Tod von Cervantes veröffentlicht.

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