Miguel Hernández: Leben, Werk und literarische Entwicklung
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Tradition und Avantgarde
Miguel Hernández war kein Mann der akademischen Bildung; sein Leben war ein ständiger Kampf gegen Schwierigkeiten und Mangel. Im November 1931 reiste er voller Hoffnung nach Madrid, um seine jugendlichen Gedichte zu präsentieren, war jedoch enttäuscht über das Fehlen literarischer Resonanz. Die Poesie, die er zu dieser Zeit schrieb, war komplex und von einem culteranistischen Akzent geprägt. Diese Dichtung war das Ergebnis seiner Lektüre des Barock, von Góngora und der Generation von '27.
Im Jahr 1934 kehrte er nach Madrid zurück, um es erneut zu versuchen. Diesmal fand er dank der Einflüsse aus Sijé Zugang zur literarischen Welt. Es war eine fruchtbare Zeit, in der er offen für alles war und eine enorme Assimilationsfähigkeit bewies. Sein Freundeskreis erweiterte sich.
Miguel unternahm drei weitere Reisen nach Madrid, wurde sich der Realität des Augenblicks bewusst und fühlte sich verpflichtet zu handeln. Seine Literatur erfuhr eine wesentliche Veränderung. Die Erfahrung von Miguel Hernández – sowohl in seinem Werk als auch in seinem Leben – war ein Prozess, der ihn dazu zwang, sich von der puristischen Ästhetik und der religiösen Lyrik abzuwenden und sich dem politischen Engagement zuzuwenden.
Er traf die Dichter der Generation von '27, von denen er unterstützt wurde. Die politischen Ereignisse zwischen 1936 und 1939 prägten sein Werk: Seine Gedichte wurden lebendiger, direkter und mündlicher. Er nutzte bevorzugt den achtsilbigen Vers und die Romanze, die ihre Wurzeln in der traditionellen Lyrik und im Volkslied hat.
Miguel Hernández bewegte sich vom Gongorismus, den Einflüssen von Garcilaso, Quevedo und Calderón hin zur surrealistischen Poesie, zum politischen Engagement und zum lyrischen, volkstümlichen Liederbuch. Vor allem aber zeigt sich in all diesen Spuren ein sehr persönlicher Stil und ein tiefes Gefühl, das sein gesamtes Werk mit unverwechselbarer Authentizität durchzieht.
Leben und Tod
Bei Miguel Hernández besteht eine enge Beziehung zwischen Leben und Werk. Er entwickelte einen poetischen Klang, der ausgewogen, voller Leidenschaft und Gefühl ist.
- Die Natur: Der Dichter war in seiner Jugend ein unermüdlicher Beobachter der Felder und Berge. Alles Lebendige liebt und stirbt, um neues Leben zu ermöglichen.
- Familie: Diese Fruchtbarkeit findet sich auch in späteren Gedichten wieder, in denen er als Ehemann und Vater über Mutterschaft schreibt – manchmal gefärbt von Schmerz, Glück und Hoffnung.
- Liebe: In seinem Leben und Werk durchdringt die Liebe alles: die Liebe zur Natur, zu seiner Frau, seinen Kindern, seinen Freunden und seinem Volk.
Der Tod begleitete den Dichter sein ganzes Leben lang, konnte aber seinen Wunsch nach Freiheit nicht brechen. Nicht einmal das Gefängnis konnte ihn beugen. Der Tod seines sechs Monate alten Sohnes und der tief empfundene Verlust von Federico García Lorca prägten ihn schwer.
Sein Leben war in der Erde verwurzelt. Er war ein direkter Dichter, ein Dichter, der durch die Liebe und den Tod gezeichnet war, mit einer ausdrucksstarken und intensiven Sprache.
Am Ende des Bürgerkriegs kehrte er nach Orihuela zurück. Von dort aus versuchte er, nach Portugal zu fliehen, um der Verfolgung zu entgehen. Er wurde verhaftet und in Madrid inhaftiert. Nach seiner Freilassung aus unklaren Gründen kehrte er nach Orihuela zurück, was sich als großer Fehler erwies. Er wurde denunziert, erneut verhaftet und im Juli 1940 zum Tode verurteilt.
In der Dichtung von Miguel Hernández gehen Leben und Tod Hand in Hand. Während seine Poesie voller Vitalität steckt, gibt es immer eine konstante Vorahnung des Todes.