Miguel Hernández: Leben, Werk und politisches Engagement
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Soziales und politisches Engagement
In Madrid erlebt er den Putsch gegen die Zweite Republik. Er festigt seine Position in der sozialen und politischen Entscheidungsfindung durch den Beitritt zur Kommunistischen Partei. Das soziale und politische Engagement unseres Dichters kristallisiert sich in den Werken Viento del pueblo (Wind des Volkes) und El hombre acecha (Der Mensch lauert) heraus. Hernández ist „leidenschaftlich verwurzelt“, und diese Leidenschaft wandelt sich in Solidarität mit den Menschen. Seine Poesie ist eher sozial als politisch geprägt.
In Viento del pueblo fühlt er sich zur Solidarität aufgerufen und wendet sich gegen Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Elend. Bis zum Ausbruch des Krieges ist er kein rein revolutionärer Dichter; die Romantik dient ihm als geeignetes Mittel, um den Kampf zu fördern. Im Laufe der Zeit bietet er eine starke Vision der Wirklichkeit.
Viento del pueblo (1937)
Viento del pueblo ist ein Buch mit offener Struktur, geleitet von einer einzigen ausdrucksstarken Absicht. Unter den Gedichten finden wir Zeugnisse menschlichen Leidens:
- El niño yuntero (Der Ochsenknecht): Der Kontrast zwischen dem Joch der Ochsen und der Kraft von Löwen, Adlern und Bullen.
- Die Anklage gegen die faschistische Barbarei.
- Die Klage über die tragische Realität eines zerrissenen Spaniens.
- Die Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft durch die Anstrengungen der Arbeiter.
Am 9. März 1937 heiratete er seine schwangere Freundin. Kurz darauf ging Miguel an die Front, wo ihn die Nachricht vom Tod seines zehn Monate alten Sohnes erreichte. Als Folge beginnt eine neue, von Verzweiflung geprägte Gedichtreihe.
El hombre acecha und die Nachkriegszeit
Der Titel El hombre acecha (Der Mensch lauert) verweist auf eine der wesentlichen Ideen des Buches: Die Grausamkeit des Krieges, Hunger und Entbehrungen haben die Menschen in einen tierähnlichen Zustand zurückversetzt. Der Ton der Verse ist weniger optimistisch als in Viento del pueblo; mit der Zeit werden die Gedichte bitterer und rauer. Dieses Buch wurde zum Modell der spanischen Nachkriegspoesie.
Nach dem Bürgerkrieg beginnt für den Dichter eine Odyssee durch spanische Gefängnisse, die erst mit seinem Tod enden wird. Langsam und qualvoll schreibt er ein neues Buch: Cancionero y romancero de ausencias (Liederbuch und Romanzen der Abwesenheiten). Hier befreit er sich von literarischen Vorbildern und konzentriert sich auf seine eigene Trauer.
Themen der Abwesenheit
Die zentralen Themen des Buches sind das Konzept der Abwesenheit und zwei persönliche Tragödien: die Trauer über den Tod des Kindes und die Angst vor der Trennung von seiner Familie. Stets präsent ist die sehnsüchtige Suche nach der Geliebten und die Verherrlichung der Mutterschaft.
Kurz vor Ende seines Lebens wird sein zweites Kind geboren. Die neue Mutterschaft seiner Frau und die Erinnerung an das verstorbene Kind lassen in diesen Gedichten eine fleischliche Anziehungskraft auf die Frau vibrieren. Die andauernde Inhaftierung des Dichters öffnet eine schmerzhafte Wunde: die Trennung von geliebten Menschen. Eines der Gedichte, das dieses menschliche Drama widerspiegelt, ist Nanas de la cebolla (Zwiebel-Wiegenlied), ein tragisches Wiegenlied, das die Nostalgie des Dichters und seine Vorstellung vom Leben als einen Kampf widerspiegelt, in dem man Waffen zur Verteidigung benötigt: die Zähne.