Mikrobiologische Labormethoden und Nährmedien

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Nährmedien für Mikroorganismen

  • Agar nutritivo: Für anspruchslose Mikroorganismen.
  • Peptonwasser: Flüssiges Medium zur nicht-selektiven Isolierung von Bakterien. Inkubation: 18 Stunden bei 37 °C.
  • Blutagar (pH 6,8): Isolierung, Kultivierung und Identifizierung verschiedener Bakterien.
  • Kartoffel-Dextrose-Agar: Kultivierung, Isolierung und Bestimmung der Anzahl von Hefen und Schimmelpilzen. Inkubation: Bis zu 5 Tage bei Raumtemperatur.
  • Sabouraud-Agar: Klares Nährmedium für Pilze, empfohlen für Dermatophyten und Empfindlichkeitstests.
  • SS-Agar (Salmonella-Shigella): Stimuliert das Wachstum von Salmonellen und Shigellen. Inkubation: 18-24 Stunden bei 37 °C.
  • MacConkey-Agar: Isolierung von Salmonellen, Shigellen und coliformen Bakterien. Inkubation: 18-24 Stunden bei 37 °C.
  • XLD-Agar: Isolierung und Differenzierung von pathogenen Enterobacteriaceae, Shigellen und Salmonellen. Inkubation: 48 Stunden bei 37 °C.
  • Baird-Parker-Agar: Isolierung von Staphylococcus. Inkubation: 24-48 Stunden bei 37 °C.
  • Cetrimid-Agar: Kultur für Pseudomonas. Inkubation: Bis zu 48 Stunden bei 42 °C.
  • Zuckerhaltige Medien mit pH-Indikatoren: Untersuchung fermentativer Eigenschaften.
  • Kligler-Agar: Identifizierung von Enterobacteriaceae. Inkubation: 48 Stunden bei 37 °C.
  • Citrat-Agar: Identifizierung von Enterobacteriaceae. Inkubation: 24-48 Stunden bei 37 °C.
  • MR-VP-Bouillon: Biochemische Differenzierung der Coli-aerogenes-Gruppe. Inkubation: Bis zu 4 Tage bei 37 °C.
  • Laktose-Bouillon: Nachweis von Escherichia coli durch Gasbildung. Inkubationszeit: 24-48 Stunden bei 37 °C.

Probenverarbeitung

Feste Proben

  • Knochen/Gewebe: Oberfläche mit Spatel abkratzen oder Gewebestücke in Kochsalzlösung zerkleinern.
  • Haare und Schuppen: Identifizierung von Pilzen mittels Lactophenol-Technik.
  • Anaerobe Sporenbildner: Gewebe zerkleinern, suspendieren und 30-60 Minuten bei 80 °C erhitzen.

Flüssige Proben

  • Abszesse/Ohrsekret: In Kochsalzlösung aufnehmen.
  • Sputum: Dekontaminierung in Kochsalzlösung.
  • Urin: Zentrifugation bei 1500 U/min, innerhalb von zwei Stunden nach Entnahme verarbeiten.
  • Blut: Verwendung von Gerinnungshemmern.
  • Darminhalt: Zentrifugation.

Anreicherungsmethoden

Physikalische Methoden

  • Niedrige Temperatur: 0-5 °C für Psychrophile.
  • Hohe Temperatur: Über 55 °C für Thermophile.
  • Sporenabtötung: 80 °C zur Selektion.

Chemische Methoden

  • Laktobazillen: MRS-Bouillon (pH 5,5-6,5).
  • Salmonellen: Natriumselenit (0,4 %).
  • Staphylococcus: NaCl-Anreicherung und Baird-Parker-Agar.
  • Antibiotika: Selektion durch Zusätze wie Penicillin.
  • Galle: Gallensalze für Darmbakterien.

Isolierung und Identifizierung

Ziel ist die Gewinnung von Reinkulturen durch Ausstrich auf festen Nährmedien. Eine Kolonie gilt als Nachkomme einer einzelnen Zelle.

Mechanische Methoden

  • Ausstrichmethode: Erschöpfungsausstrich im Zick-Zack.
  • Verdünnungs- und Aussaatverfahren: Gleichmäßige Verteilung zur Trennung von Kolonien.

Laborausstattung

Verwendet werden unter anderem Petrischalen, Reagenzgläser, Zentrifugen, Pipetten, Drigalsky-Spatel, Erlenmeyerkolben, Kitasato-Flaschen, Objektträger, Durham-Röhrchen, Impfösen und Bunsenbrenner zur Sterilisation.

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