Mineralogie: Kristallstruktur, Eigenschaften und Klassifikation
Eingeordnet in Physik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 7,48 KB
Mineralogie: Begriff, Kristallstruktur und Eigenschaften
Definition und Kriterien für Minerale
Mineral: Ein Mineral ist eine anorganische Verbindung in ihrem natürlichen Zustand. Es muss vier Bedingungen erfüllen: a) es ist eine natürliche anorganische Substanz, b) seine chemische Zusammensetzung ist definiert, c) es besitzt eine interne Kristallstruktur und d) es hat physikalische Eigenschaften, die sich aus seiner Zusammensetzung und Struktur ableiten.
Ionen- und kovalente Bindungen
Ionische Bindungen: Die Ionen einer ionischen Verbindung werden durch elektrostatische Kräfte zusammengehalten.
Kovalente Bindungen: Bei kovalenten Bindungen teilen sich zwei Atome ein Paar Elektronen.
Isotope
Isotope: Atome desselben Elements besitzen die gleiche Ordnungszahl, unterscheiden sich jedoch in der Massenzahl.
Kristall, Glas und Diederwinkel
Kristall: Ein kristalliner Festkörper besitzt eine regelmäßige, oft polyedrische Form.
Glas: Ein harter, spröder, meist transparenter Stoff, der typischerweise aus Kieselsäure und Soda besteht.
Gesetz der Konstanz der Diederwinkel: Bei gleicher Temperatur sind die Diederwinkel zwischen gleichen Kristallflächen bei ähnlichen Kristallen konstant.
Symmetrieelemente und Kristallklasse
Symmetrieelemente:
- Achse (Rotationsachse): Eine Linie durch den Kristall, um die er um einen bestimmten Winkel gedreht werden kann, so dass Flächen, Kanten und Ecken übereinstimmen.
- Symmetriezentrum (Punkt): Ein Punkt, meist in der Mitte des Kristalls, an dem sich die Symmetriebahn kreuzt.
- Spiegelebene (Spiegelebenen): Ebenen, die den Kristall in symmetrische Hälften teilen.
Kristallklasse: Einteilung der Kristalle entsprechend der für alle Mitglieder charakteristischen Symmetrie.
Kristallographische Klassifikation
Kristallographische Klassifikation: Einteilung der Kristalle nach der Art der Symmetrie, die für alle Mitglieder einer Klasse charakteristisch ist, sowie nach den Längen und Winkeln der Achsen.
Kristallographische Systeme
Cubisch (isometrisch): Hauptmerkmal sind vier dreizählige Rotationsachsen entlang der Raumdiagonalen; die Winkel zwischen diesen Achsen betragen etwa 109,47°.
Tetragonal: Eine vierzählige Drehachse (Vierfachachse) ist vorhanden; die drei Achsen sind orthogonal, wobei zwei gleich lang sind und die dritte eine andere Länge hat.
Hexagonal: Eine sechszählige (sechsfach) Drehachse ist vorhanden; oft wird zwischen hexagonal und trigonaler Untergruppen unterschieden.
Orthorhombisch: Drei Achsen, die alle rechtwinklig zueinander stehen, aber drei verschiedene Längen haben.
Monoklin: Drei ungleiche Achsen, von denen zwei in einem schiefen Winkel (nicht 90°) zueinander stehen; die dritte Achse steht senkrecht zu den beiden anderen.
Triklin: Drei Achsen ungleicher Länge; alle drei Winkel sind unterschiedlich und in der Regel nicht 90°.
Bildung und Phasenänderungen
Für Lösungen: Vermischung verschiedener Stoffe in verschiedenen Aggregatzuständen oder im gleichen Aggregatzustand.
Erstarrung (Kondensation): Materialien, die aus Magma an die Oberfläche gelangen, kühlen in der Regel ab und kristallisieren, wenn die Umgebungstemperatur sinkt und sie fest werden.
Sublimation: Zustandsänderung der Materie direkt vom festen in den gasförmigen Zustand.
Metamorphose: Die Umwandlung eines Gesteins in ein anderes Gestein durch Druck, Temperatur und chemische Einflüsse; das Produkt wird als Metamorphit bezeichnet.
Physikalische Eigenschaften von Mineralen
Kristallform: Der äußere Ausdruck eines Minerals, der die interne Anordnung der Atome widerspiegelt; oft regelmäßige, polygonale Flächen.
Farbe: Manche Minerale zeigen eine Bandbreite an Farben (z. B. Quarz: rosa, violett, weiß, schwarz).
Transparenz (diaphane Eigenschaften): Ein Mineral kann undurchsichtig, transparent oder transluzent sein.
Bruch: Beschreibt die Art, wie ein Mineral bricht (z. B. muscheliger Bruch, unregelmäßiger Bruch).
Tenazität (Festigkeit): Widerstand gegen Bruch, Biegen oder Mahlen; umfasst Eigenschaften wie Sprödigkeit, Schmiedbarkeit, Sectilität, Dehnbarkeit, Elastizität oder Flexibilität.
Flexibilität: Manche Minerale verformen sich unter Kraft und kehren nicht vollständig in ihre ursprüngliche Form zurück.
Piezoelektrizität: Eigenschaft, bei der manche Kristalle unter mechanischer Belastung elektrische Ladungen an ihrer Oberfläche entwickeln (tritt bei Kristallen ohne Symmetriezentrum auf).
Spezifisches Gewicht (Dichte): Maßzahl, die das Verhältnis des Gewichts des Minerals zum Gewicht einer gleichen Menge Wasser angibt.
Ritz- oder Streichfarbe: Farbe des mineralischen Pulvers, die man durch Reiben des Minerals auf einem Porzellanstück (Streifplatte) erhält.
Brechung: Optische Eigenschaft, die die Richtungsänderung und die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Licht im Mineral beschreibt.
Spaltbarkeit: Neigung eines Minerals, entlang Ebenen der Schwäche im Kristallgitter zu spalten.
Duktilität: Die Fähigkeit eines Minerals, zu Drähten gezogen zu werden oder sich plastisch zu verformen.
Schmiedbarkeit (Malleabilität / Temperguss): Fähigkeit, durch Hämmern oder Pressen verformt zu werden, ohne zu zerbrechen (auch als Malleabilität bezeichnet).
Pyroelektrizität: Eigenschaft, bei der manche Kristalle bei Temperaturänderungen elektrische Ladungen an kristallographischen Achsenenden entwickeln.
Sprödigkeit: Minerale, die leicht brechen oder pulverisieren (fragil).
Glanz: Erscheinungsbild oder Qualität des reflektierten Lichts von der Oberfläche eines Minerals.
Brechungsindex: Optische Größe, die beschreibt, wie stark Licht beim Eintritt in das Mineral gebrochen und in seiner Geschwindigkeit verändert wird.
Härte: Maß für die Beständigkeit eines Minerals gegen Abrieb oder Kratzer.
Sectilität: Fähigkeit, mit einem Messer in dünnen Spänen geschnitten zu werden.
Elastizität: Fähigkeit, nach Wegnahme einer Kraft in die ursprüngliche Form zurückzukehren.
Geruch und Geschmack: Einige Minerale zeigen charakteristische Gerüche oder Geschmäcker, z. B. salzig bei bestimmten Halogeniden; solche Eigenschaften sind selten und mit Vorsicht zu prüfen.
Härteskala nach Mohs
Härteskala nach Mohs: Diese Skala vergleicht die Härte eines unbekannten Minerals, indem man dessen Kratzbarkeit gegen Mineralien bekannter Härte prüft.
Prinzip von Archimedes
Prinzip von Archimedes: Ein in eine Flüssigkeit eingetauchter Körper erfährt eine Auftriebskraft nach oben, die gleich dem Gewicht der verdrängten Flüssigkeit ist.