Das Mittelalter: Handel, Städte und Gesellschaft

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Definitionen wichtiger Begriffe

Hansa: Eine Zusammenstellung von Händlern der Nord- und Ostsee, welche den Handel in diesem Bereich steuerte; dies passierte insbesondere über die Städte Lübeck und den Hamburger Hafen.
Wechsel: Die Rolle im Kostenwesen; ein Händler leistet eine Zahlung an einen anderen Händler über Geld, das bei einer Bank deponiert ist. Da keine physische Währung mitgeführt werden muss, verhindert dies Diebstähle.
Bürger (Burgues): Dieser Begriff bezeichnete die ersten Bewohner des Dorfes oder der näheren Umgebung, die im Einkauf und Handwerk tätig waren, und wurde später für jeden Stadtbewohner verwendet.
Aljama oder Judentum: Jüdische Gruppen, die in getrennten Vierteln lebten.
Morería: Die islamische Bevölkerung in den christlichen Königreichen der Iberischen Halbinsel und ihrer Umgebung; sie wurden Mauren genannt.
Rosetten: Runde Fenster mit Glasmalereien, die dekoriert sind und sich an der Vorderseite gotischer Kathedralen befinden.
Glaskunst: Kompositionen mit Glasmalereien, welche die Fenster gotischer Kirchen schmücken und erzählende Szenen darstellen.
Parlament oder Stände (Cortes): Eine Zusammenkunft von Vertretern des Adels, der Geistlichkeit und der Städte unter dem Vorsitz des Königs, um die Angelegenheiten des Königreichs zu erörtern.
Gilden (Zünfte): Ab dem 12. Jahrhundert schlossen sich die Handwerker desselben Berufsstandes in Zünften zusammen. Jede entwickelte ihre eigene Satzung, auf die alle Mitglieder schwören mussten. Diese legte Normen des Berufsstandes sowie die Rechte und Verpflichtungen der Partner fest. Die Zunft bestimmte die Preise pro Werkstatt und organisierte die Unterstützung ihrer Mitglieder durch eingezahlte Beiträge. Mit diesem Fortschritt pflegte man Kranke und Witwen und sorgte gelegentlich für Waisen; zudem wurden Krankenhäuser und Hospize errichtet.

Ausführliche Erläuterungen zur Epoche

Die Verbesserung der Landwirtschaft

Ab dem 12. Jahrhundert stieg die landwirtschaftliche Produktion in den meisten Teilen des Kontinents. Auf der einen Seite wurde die Anbaufläche vergrößert: Wälder wurden gerodet und Sümpfe trockengelegt. Darüber hinaus wurde in einigen Bereichen die dreijährige Fruchtfolge eingeführt. Es wurden zudem neue Techniken eingeführt, welche die landwirtschaftliche Tätigkeit erleichterten, wie etwa der Einsatz des Vertedrapflugs (Beetpflug). Im Mittelmeerraum wurde die Bewässerung ausgedehnt und neue Kulturen wurden eingeführt – in beiden Fällen aufgrund des islamischen Einflusses. Drittens verbreiteten sich die Mühlen.

Infolgedessen wuchs die Bevölkerung: Von 42 Millionen im Jahr 1000 auf 73 Millionen im Jahr 1300.

Die Wiedergeburt der Städte

Die Städte in Europa waren nach der Krise des Römischen Reiches in eine Phase des Rückgangs eingetreten. Im 12. Jahrhundert wuchsen die Städte wieder; alte Städte gewannen an Dynamik zurück oder es wurden neue Städte bei Burgen, Klöstern, Kreuzungen oder Handelswegen geschaffen, wie zum Beispiel Hamburg, Burgos und Paris.

Kampf zwischen den Königen von Europa

Um ihre Autorität in ihren Reichen durchzusetzen, versuchten mittelalterliche Könige, ihre Gebiete zu erweitern. In einigen Fällen kämpften sie gegen den Adel, der umfangreiche Gebiete besaß und die Autorität eines Monarchen nicht immer anerkannte. Zudem kämpften Könige gegen andere Könige. Viele Konflikte hatten ihren Ursprung in Erbfolgestreitigkeiten, die auftraten, wenn zwei oder mehr Könige um den Thron eines Reiches kämpften, dessen Herrscher ohne einen Nachfolger gestorben war.

Die Aufstellung des Handwerks

Jedes Handwerk wurde in drei Kategorien von Handwerkern unterteilt:

  • Der Meister: Er war der Besitzer der Werkstatt, der Werkzeuge und der Rohstoffe. Er erhielt die Gewinne und trug die Verluste; die Position wurde in der Regel vom Vater auf den Sohn weitergegeben.
  • Der Geselle (Offizier): Er war der Fachmann der Werkstatt und erhielt ein Gehalt für seine Arbeit.
  • Der Lehrling: Meist ein junger Mensch, der das Handwerk erlernen wollte und fünf Jahre lang im Rahmen der Werkstatt arbeitete, ohne dafür bezahlt zu werden.

Theoretisch konnten Gesellen selbst Meister werden und eine eigene Werkstatt eröffnen; dazu mussten sie ein Meisterstück anfertigen.

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